Zum Tod von Hildegard Hamm-Brücher

9. Dezember 2016

Dr. Burkhard Hirsch hat am 1. Februar 2002 die seht lesenswerte Laudatio für Dr. Hildegard Hamm-Brücher anlässlich der Eröffnung der Ausstellung „Freiheit ist mehr als ein Wort.“ in der Theodor–Heuss–Akademie in Gummersbach gehalten.

Laudatio „Freiheit ist mehr als ein Wort.“

Eine Rede über Hildegard Hamm-Brücher bleibt ein Stückwerk. „Liberales Urgestein“ und „die große alte Dame des Liberalismus“ sind die Begriffe, die fast automatisch mit ihr in Verbindung gebracht werden. Beide sind berechtigt, kennzeichnen sie aber nur unvollständig und fast irreführend.

Unter „Urgestein“ stellt man sich einen Basaltklotz vor, auf dem man eine Kirche bauen könnte, festgemauert in der Erden, unbeweglich und unveränderlich.
Hildegard Hamm-Brücher ist agil, lebhaft, bereit ins kalte Wasser zu springen – vom 10 Meter Brett, wie sie schreibt. Wenn sie eine neue Lebensstation beginnt, dann will sie erst lernen und verstehen, sich in ihre Aufgabe und Mitstreiter hineindenken, bevor sie ihre Bilanz zieht und mit ihrer neuen Aufgabe beginnt. Sie ist nicht unbeweglich, aber unbeugsam, und das sehr entschieden.

Auch mit der „großen alten Dame“ habe ich Schwierigkeiten. Da ist man unversehens im 19. Jahrhundert, das voller kultivierter und gebildeter Damen war, die glänzende Salons unterhielten. Das waren Plattformen für Kunst und Politik, sozusagen Parlamentarische Gesellschaften bevor es Parlamente gab, Reflektionswand für das eigentliche politische und gesellschaftliche Leben, für das die Damen das Feld bereiteten, ohne selbst sichtbar zu agieren.
Natürlich ist Frau Hamm-Brücher eine Dame nach Erscheinung und Haltung. Zu ihrem Bekannten- und Freundeskreis gehören fast alle, die im kulturellen und geistigen Leben unseres Landes eine Stimme haben. Sie hat eine moderne Art des klassischen Salons geschaffen und mit Leben erfüllt, die Theodor-Heuss-Stiftung. Ich habe sie nie anders als druckreif und hochdeutsch sprechen hören – in der Politik eine gefährliche Waffe. Aber sie ist eben nicht nur die liebenswürdige, interessierte und gebildete Gesprächspartnerin, die ihre Partner inspiriert, beobachtet und berät, sondern eine hochgerüstete, hervorragend bewaffnete Politikerin mit klaren politischen Zielen, die sie mit fast unerschöpflicher Energie und intensiver Arbeit, bei einem Mann würde man sagen knallhart verfolgt. Sie fragt um Rat, aber erst, wenn sie eine eigene feste Meinung hat. Sie sucht nicht den Kampf, aber sie weicht ihm nicht aus. Sie hat den gefürchteten Mut, zu sagen was sie denkt und vor allem, sie denkt, bevor sie etwas sagt. Sagen was ist, das erfordert Zivilcourage. Sich an keiner Intrige beteiligen, das macht unangreifbar. Sich auf die eigene Arbeit verlassen, das ist mühsam. Und sie schreibt Bücher, deren Titel Programm sind: „Auf Kosten unserer Kinder“, „Gegen Unfreiheit in der Demokratischen Gesellschaft“, „Bildung ist kein Luxus“, „Kulturbeziehungen weltweit“, „Der Politiker und sein Gewissen“, „Gerechtigkeit erhöht ein Volk“, „Kämpfen für die demokratische Kultur“, „Der freie Volksvertreter – eine Legende“, „Wider die Selbstgerechtigkeit“ und schließlich eine Lebensbilanz. Beneidenswerterweise schreibt sie so, dass man es liest, nochmals nachschlägt und darüber nachdenkt.
Ich will unsere Zeit nicht damit vergeuden, ihre Lebenssituationen in allen Details nachzuzeichnen, die sie selbst in ihrer Lebensbilanz dargestellt und mit dem Leitwort dieser Ausstellung überschrieben hat: „Freiheit ist mehr als ein Wort.“ Das kann man nachlesen. Einiges ist wichtig, um sie zu verstehen.

Es ist nicht Theodor Heuss, der sie zur Politik bringt, wie sie selber immer wieder schreibt und empfindet. Sie ist es selbst. Hildegard Hamm-Brücher stammt aus einer gutbürgerlichen, protestantischen, nahezu deutsch-nationalen Familie, die von den sog. Nürnberger Rassegesetzen berührt wird. Unter größten Schwierigkeiten und mit viel Glück kann sie in München studieren, wo sie mit dem studentischen Widerstand in Kontakt kam, und kann schließlich am Kriegsende als Chemikerin promovieren. Wer sich an das sogenannte „Dritte Reich“ – schon diese Bezeichnung eine unerhörte Frechheit – und an den Krieg erinnert, der weiß, dass wir uns wie neu geboren vorkamen, wie sich plötzlich aus vielen Teilen zusammenreimte, was wir in Bruchstücken immer deutlicher gesehen oder zumindest vermutet hatten. Wir wussten nun, wie dünn die Decke gewesen war, die die ehrenwerte, mit Phrasen, Heuchelei und Feigheit vollgestopfte Gesellschaft von mieser, spießerhafter Brutalität getrennt hatte, von Habgier und Beutelust, von dumpfem Hass und Massenmord. Es war nicht damit getan, diese Generation zu verachten, die Täter, Opfer und die Mitläufer umfasste, die sich nun schamlos Persilscheine ausstellen ließen und überhaupt nicht bußfertig waren, obwohl das System ohne sie nicht hätte funktionieren können. Sie waren unter uns, sie blieben es und waren bereit, nun wieder mitzulaufen. Das trieb uns zu dem Vorsatz, nie wieder, nie wieder die Politik anderen Leuten zu überlassen, nie wieder sich kollektivem Wahn zu beugen. Nie wieder sollte von uns ein Krieg ausgehen. Diese Erfahrungen machen empfindlich gegen neofaschistische Umtriebe, die Schändungen jüdischer Friedhöfe, rassistische Reden, dümmlichen Nationalstolz, leichtfertige Waffenexporte – Gespenster, schreibt Hildegard Hamm-Brücher, aber eben leider sehr reale. Wir wollten etwas tun, um in einer Gesellschaft zu leben, die auf der Würde des Einzelnen, auf seiner Freiheit, auf dem Respekt vor dem anderen beruht, auf Freiheit des Einzelnen, auf Gleichheit der Chancen und auf sozialer Verantwortung, auf Brüderlichkeit.

Das war notwendig und ist eine lebenslange Antriebskraft. Es kommt darauf an, schreibt Frau Hamm – Brücher, „dass wir lernen, aus den Irrtümern und Verhängnissen unserer politischen Geschichte Konsequenzen zu ziehen und die uns nach 1945 geschenkte, zuvor zweimal gescheiterte Demokratie endlich lebensfähig, dauerhaft und glaubwürdig zu gestalten.“ Die Begriffe Demokratie, Parlamente, Wahlen bekamen einen anderen Klang. Irgendwann kam man zum ersten Mal nach Amerika. Man suchte einen Menschen, an dem man sich orientieren könnte. Hildegard Brücher fand ihn in Theodor Heuss, der damals durchaus nicht papahaft war, sondern eckig und streitbar, einem Dehler gewachsen und fast auch einem Adenauer. Heuß prägt den Liberalismus der Nachkriegszeit entscheidend mit seiner unaufgeregten Bürgerlichkeit, mit seinen unentwegten Appellen, sich ehrlich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen, sich in diesem Staat zu engagieren, die Demokratie nicht als ein Spiel abstrakter Regeln zu begreifen, sondern als Lebensform, die Mitarbeit verlangt und voraussetzt. Er litt unter der Emotionalität Dehlers – aber das Verhältnis beider zueinander ist eine andere Geschichte.

Hildegard Hamm-Brücher wird Journalistin und mit 27 Jahren Münchener Stadträtin. Dann geht sie zunächst 17 Jahre lang durch das Stahl- oder besser Säurebad des bayerischen Landtags, überwiegend in der Opposition. Sie führt unglaubliche Wahlkämpfe, gegen Ewiggestrige im eigenen Landesverband, gegen eine vermuffte CSU und ultramontane Engstirnigkeit. Sie begeistert Bürgerinitiativen, die sich für ihre Wiederwahl einsetzen, Wahlkämpfe, die noch heute und immer wieder als glänzende Vorbilder für die Chance überzeugender Kandidaten dargestellt und gefeiert werden, sich durch das sogenannte Kumulieren auch gegen die üblichen Kungeleien der gesamten Parteihierarchien durchzusetzen. Am Ende scheitert die FDP an der bayerischen 10 % – Klausel, zweimal führt Hildegard Hamm-Brücher ihre Partei in den Landtag zurück. Nach ihrem Ausscheiden aus dem Maximilianeum folgt sie dem überraschenden Ruf Georg August Zinns und des Kultusministers Schütte und geht als beamtete Staatssekretärin in das hessische Kultusministerium, später in das Bundesbildungsministerium. Nach 6 weiteren Jahren im Landtag wird sie 1976 in den Bundestag gewählt, wird Staatsministerin im Auswärtigen Amt und zuständig für die Auswärtige Kulturpolitik. Sie verweigert sich 1982 der Wende. Ihre Rede, mit der sie die Art anprangert, in der sie herbeigeführt wurde, gehört zu den besten, die ich im Bundestag gehört habe. Sie trägt ihr Bewunderung ein und dauernde Feindschaften, ebenso wie unser erfolgreicher Kampf gegen den zweimal geschickt eingefädelten Versuch einer Selbstamnestie im Zusammenhang mit der Parteispenden – Affäre.

Im Bundestag folgen Jahre der Isolierung, des Versuchs, sie in ihrer politisch-moralischen Qualität zu zerstören, Versuche, an denen sich Genscher übrigens nicht beteiligt hat. Dann ruft die Parteijugend sie zurück. Sie wird 1984 wieder in den Bundesvorstand, 1988 in das Präsidium der FDP gewählt, sie wird außenpolitische Sprecherin der Fraktion und scheidet 1990 auf eigenem Wunsch aus dem Bundestag aus. Sie kehrt in die aktive Politik zurück, als sie 1993 als Kandidatin zum Amt des Bundespräsidenten aufgestellt wird. Zur Überraschung von Freund und Feind betreibt sie diese Kandidatur ernsthaft und mit beachtlichem Ergebnis, bis die damalige Führung der FDP die Mehrheit der Fraktion in der Bundeswahlversammlung dazu gewinnt, aus Koalitionskalkül Roman Herzog zu wählen. Ich erinnere mich an die gespenstische Art, in der das gelang, nicht in offener Diskussion, sondern in vertrauten Gesprächen und Tuscheleien am Vorabend und dann in der Fraktion unter Beschwörung von Führungskraft und Geschlossenheit, also den üblichen Formeln der Hierarchen, wenn sie ihrer Mehrheit sicher und der Darstellung ihrer Motive überdrüssig sind.

Hildegard Hamm – Brücher widmete ihre folgenden Jahre zahlreichen Ämtern in der Evangelischen Kirche und vor allem ihrem großartigen Salon, der Theodor Heuss Stiftung, die sie schon 1964 gegründet hatte, deren Ehrenvorsitzende sie ist und bleibt.
Aus der Fülle dieser Arbeit möchte ich drei Bereiche besonders hervorheben, denen sich Hildegard Hamm – Brücher mit dauerhaftem Erfolg gewidmet hat.

Das erste ist der Kampf um die Emanzipation. Der Prozess beginnt bei ihr selbst, zu erkennen, was sie kann, wie sie sich mit wachsendem Selbstbewusstsein von anfänglichen Gängeleien freimacht. Dabei können wir uns heute die Lage der Frauen selbst zu Beginn der Bundesrepublik kaum noch vorstellen. Alle familienrechtlichen Entscheidungen, auch über die Kinder, lagen bei dem Mann. Für Beamtinnen galt die Zölibatsklausel. Ihre Heirat war ein Entlassungsgrund. In den weiterführenden Schulen waren Mädchen weit unterrepräsentiert, im bayerischen Landtag gab es 4 weibliche von insgesamt 204 Abgeordneten. Mitglieder der Regierungen, Staatssekretäre und Abteilungsleiter waren in Bund und Ländern fast ausschließlich Männer. Ein nichteheliches Kind war eine Katastrophe. Nicht nur die Mutter, sondern auch das Kind waren mit Makel behaftet, womit selbst Willy Brandt noch in seinen Wahlkämpfen von einer christlich – bürgerlichen Partei belästigt wurde. Das alles kann man nicht in Gesetzen ändern, wenn sich nicht in den Köpfen etwas ändert. Hildegard Hamm-Brücher wird ein Beispiel dafür, wie das geht. Sie vereinbart Familie und Politik. Sie heiratet einen Mann anderer politischer Konfession, weil sie Politik und Privatheit trennt. Sie hört nicht nur zu, sondern vertritt ihre eigene Meinung im Parlament und auf der Straße. Sie versucht, die üblichen männlichen Kampfrituale und zu unterlaufen. Wenn sie über Verbraucherschutz redet, dann bringt sie eine Waage mit und wiegt den Herren die Untergewichte der Brötchen vor, die sie in verschiedenen Läden gekauft hatte. Wenn sie über Schulbücher redet, dann liest sie aus den Schulbüchern ihrer Kinder so unglaublich schwachsinnige Passagen vor, dass keine Ausrede mehr möglich ist. Wenn sie entdeckt, dass ein so illustrer Rechtswissenschaftler und Kultusminister wie Theodor Maunz ein geistiger Wegbereiter der braunen Diktatur war, ein willfähriges und unterwürfiges Werkzeug der Machthaber, dann ruht sie nicht eher, bis er zum Rücktritt gezwungen ist.
Emanzipation ist für sie nicht nur formale Gleichberechtigung, sondern Befreiung von Unmündigkeit. Man kann sagen, dass ihr Beispiel und ihre Erfolge viele andere Frauen ermutigt haben, ihren Eigenwert zu erkennen, in der Politik, im Beruf und im privaten Leben. Ihr Beispiel hat übrigens auch viele Männer eines besseren belehrt.
Die Bildungspolitik ist das zweite Gebiet, auf dem Hildegard Hamm-Brücher zu rühmen ist. Es hat den Löwenanteil ihrer Arbeitskraft in Anspruch genommen. Sie definiert Bildungs- und Schulpolitik nicht vom Anspruch des Staates oder anderer Obrigkeiten her, Bildung zu vermitteln oder zum rechten Glauben zu erziehen, sondern als Bürgerrecht, als elementare Grundlage für Chancengleichheit in einer immer komplizierter werdenden Wettbewerbsgesellschaft. „Die Schule der Nation ist die Schule“ – das hätte von ihr sein können. Sie reist durch die Länder der Bundesrepublik, später auch in die DDR und andere Länder und schreibt einen Bildungsbericht. Er wird als ZEIT – Serie und als Buch veröffentlicht und leitet wesentliche Reformen ein. Sie kämpft mit Erfolg gegen ein- und zweiklassige Volksschulen. Sie prangert die Undurchlässigkeit des überkommenen Schulsystems an, in dem 95% in der Volksschule endeten und das denen keine Chance ließ, die aus sozial benachteiligten oder wenig bildungsbewussten Familien kommen. Sie wendet sich gegen die dominierenden Konfessionsschulen und setzt 1966 ein Volksbegehren für die christliche Gemeinschaftsschule durch, das erste Volksbegehren übrigens, das in der Bundesrepublik betrieben worden ist. Es scheitert hauchdünn, aber die Gemeinschaftsschule kommt doch, ein Jahr später. Hildegard Hamm-Brücher fordert, dass Ausbildungen weder in Privilegierungen noch in Sackgassen führen dürfen. Sie wendet sich gegen das bürokratische Numerus clausus – System, das nicht die konkrete Leistung eines Studenten, sondern frühere Noten bis in die x’te Dezimalstelle entscheiden lässt. Sie legt den Bildungsbericht 70 vor, die erste gesamtstaatliche Konzeption für ein offenes, chancengerechtes und demokratisches Bildungssystem von Kindergarten bis zur Erwachsenenbildung. Sie arbeitet an einem Hochschulrahmengesetz und erlebt schließlich das OECD – Länderexamen, das für die Bundesrepublik bedauerliche Noten bringt, wie wir das jetzt bei der Pisa – Studie erneut erleben. Die schlechten Bildungsergebnisse liegen nicht daran, dass unsere Kinder dümmer wären als die in anderen Ländern, sondern an dem Bildungssystem, das ihnen vorgesetzt wird.

Ich höre noch das ewige Genörgele auch der FDP, es gebe zu viele Abiturienten, während wir doch schon längst wussten, dass wir im OECD – Rahmen im hinteren Mittelfeld lagen und dass es in Zukunft immer mehr Arbeitsplätze geben werde, die gut ausgebildete, lernfähige, lernbereite und selbständig denkende Menschen erfordern. Selbst ich, der ich mit Bildungspolitik nichts zu tun hatte, habe unsere Betonköpfe nie begriffen, die sich ihre bildungspolitischen Maßstäbe eher an den Industrie- und Handelskammern abholten, als am eigenen Verstand.
Später hat Hildegard Hamm-Brücher im Auswärtigen Amt den Bogen zur Auswärtigen Kulturpolitik geschlagen. Sie entwickelt einen Rahmenplan für die 500 deutschen Schulen im Ausland und verfasst 10 Thesen zu den Kulturbeziehungen zu Entwicklungsländern. Sie hat die Förderung des Goethe – Instituts und die Aufgabe der Deutschen Schulen im Ausland als Dritte Säule der Außenpolitik erkannt, mit der für das Ansehen unseres Landes mehr erreicht werden kann als mit klassischer Diplomatie. Trotzdem werden in diesen Bereichen die Mittel immer weiter gekürzt und versucht, die kulturelle Arbeit des Goethe – Institutes zu gängeln. Das sind nachhaltige Schädigungen unserer politischen und wirtschaftlichen Interessen.

Als besonders eindrucksvoll habe ich die Bemühungen der Staatsministerin empfunden, aus den Deutschen Schulen im Ausland, die wir mit großen finanziellen Mitteln gefördert haben, Schulen der Begegnung zu machen, während sie sich zumindest in Südafrika als Fortsetzung der Apartheid darstellten. Man versteckte sich dabei hinter sprachlichen Schwierigkeiten, aber ohne daran interessiert zu sein, sie zu überwinden. Nur mühsam gelingt es ihr, bei der Deutschen Schule in Johannesburg einen Wandel einzuleiten.

So komme ich zu dem dritten Gebiet, zu dem ich Bemerkungen machen möchte, die Arbeit Hildegard Hamm-Brüchers dafür, aus der Demokratie eine lebendige Lebensform zu machen, dafür zu sorgen, dass wir nicht nur eine freie Verfassung haben, sondern in einer freien Verfassung leben. „Freiheit muss erkämpft werden“, heißt ein kleines Buch über sie. Es ist ihre Sorge, dass Freiheit nicht als Chance, sondern als Gefahr verstanden wird und die Demokratie nicht als die Lebensform, die der Menschenwürde entspricht, sondern als oktroyiert, uns durch die Besatzungsmächte im Wege der Umerziehung aufgepfropft. Heuß hat einmal in einer Rede „Um Deutschlands Zukunft“ formuliert: „Wir haben die geistigen Erhebungen 1815, 1830, 1848, die Verfassungskämpfe der 1860er Jahre verloren …. Aus dieser Geschichte missglückter Freiheitskämpfe ist uns Deutschen eines geblieben: die Angst vor dem Atem der Freiheit.“ Man kann aus der Kette dieser Niederlagen aber auch folgern, dass sie es nicht vermocht haben, den Geist der Freiheit auszurotten, der schließlich doch gesiegt hat. Ich hätte gerne zum 150. Jahrestag der Revolution von 1848 im Deutschen Bundestag eine Rede dazu gehört, wie die deutsche und europäische Geschichte wohl verlaufen wäre, wenn die Revolution Erfolg gehabt und nicht einen 100jährigen europäischen Bürgerkrieg eingeleitet hätte. Und ich hätte gerne darüber etwas gehört, dass die Revolutionäre neben Freiheit und Demokratie auch soziale Verantwortung einforderten, die eine wesentliche Triebfeder dieser Revolution war, die man „bürgerlich“ nennt.

Ich habe schon geschildert, dass Hildegard Hamm-Brücher meisterhaft mit den Hebeln einer bürgerverbundenen Demokratie umgehen konnte, mit Wahlen, Bürgerinitiativen und Bürgerentscheiden. Sie rügt zutreffend, dass das Grundgesetz auch nach der Wiedervereinigung auf Betreiben der Konservativen weder neu verhandelt, noch wenigstens einer Volksabstimmung unterworfen wurde.

Das Grundgesetz etabliert eine streng repräsentative Demokratie. Heuß fürchtete die Macht von Demagogen und die Emotionen der Massen. Das war der Situation von 1948 angemessen. Aber die Gewichte haben sich verschoben. Aus den sich damals zaghaft bildenden Parteien sind geradezu archaische Machtblöcke entstanden, aus den Bürgern, die sich dem Wiederaufbau zur Verfügung stellten, sind Politiker geworden, die ihre berufliche Karriere in den Parlamenten und Ministerien suchen, Parteisoldaten hier, Betriebskampfgruppen dort. An die Stelle parlamentarischer Debatten auf dem Forum der Nation ist eine ritualisierte Verlesung von Statements geworden. Die parlamentarischen Hierarchen treten zu Elefantenrunden zusammen und beschließen, was das parlamentarische Fußvolk abzusegnen hat, natürlich alles in sehr höflichen Formen, aber doch mit durchaus wirksamen Sanktionen. Kürzlich entschieden einige Abgeordnete durch Los, wer seinem Gewissen folgen dürfe und wer seiner politischen Obrigkeit zu gehorchen habe. Wer so etwas macht, sollte besser sein Mandat niederlegen. In der Europäischen Union präsentiert sich eine Organisation von niemandem gewählter Beamten und Kommissare und der sogenannten „Staats- und Regierungschefs“ – eine treffende Bezeichnung für einen empörenden Zustand. Natürlich gibt es überall tief gestaffelte Systeme von checks and balances. Natürlich ist manches an dieser Entwicklung zwangsläufig. Aber eine Demokratie kann auf Dauer nicht ohne Demokraten bestehen und ein Parlament nicht ohne glaubwürdige Parlamentarier. Die Machtergreifung der Parteien beschädigt die Glaubwürdigkeit der parlamentarischen Demokratie. Sie missachtet die Minderheit und sie missachtet den Wähler. Das war der Hauptvorwurf, den Hildegard Hamm – Brücher zur Wende ohne Wahlen erhoben hat, abgesehen davon, dass man nur schwer erkennen konnte, was das denn für eine geistig – moralische Wende sein sollte, die so dickbackig angekündigt wurde. Nun wissen wir es.

Hildegard Hamm-Brücher kämpft für eine Parlamentsreform, die dem Parlamentarier Luft zum Atmen gibt, ihn in seine Eigenverantwortung wieder einsetzt, ihm mehr Möglichkeiten zu selbstverantwortlichem Handeln gibt. Unglücklicherweise hat ihre Interfraktionelle Arbeitsgruppe immer morgens um 7.30 Uhr getagt, zu einer Uhrzeit, zu der ich noch völlig handlungsunfähig bin. Sie hatte dabei Erfolge, aber sie reichen nicht aus. Ich werfe mir vor, sie dabei nicht genügend unterstützt zu haben, obwohl ich völlig mit ihr übereinstimmte und später versuchte, diese Arbeit fortzusetzen, ebenfalls nur mit mäßigem Erfolg. Das eigentliche Problem stellt sich darin, dass parlamentarische Arbeit auch Team-Arbeit ist, dass in einer Mediendemokratie zwar niemand als Einzelkämpfer gewählt wird, aber einzelne Heroen das Programm einer Partei symbolisieren und die Wahlen damit einen plebiszitären Zug für oder gegen ihn erhalten. Viele Bürger haben sich auf die Zuschauerränge der politischen Arena zurückgezogen und widmen sich lieber ihrem Privatleben. Es gibt eben keine Elemente der direkten Demokratie und damit auch keine leicht zugänglichen Einwirkungen auf politische Entscheidungen. Sie verkennen, dass der Staat und seine Politik entweder ihre eigene Angelegenheit ist oder aber die Angelegenheit von Leuten, die nicht da wären, wenn man sich selbst darum kümmern würde.

Auf der anderen Seite entwickeln sich immer wieder Bürgerinitiativen, Selbsthilfegruppen und die unterschiedlichsten Aktionen. Zu dieser bürgerschaftlichen Haltung will die Theodor Heuss Stiftung beitragen, anregen, ermutigen, sie fördern und sie tut das. Es ist das Werk Hildegard Hamm-Brüchers. Da helfen viele mit, aber ohne Hildegard Hamm-Brücher wäre die Stiftung nicht so bedeutend geworden, wie sie es ist. Sie verleiht Preise unter jeweils neu gestellten Leitsätzen, für Zivilcourage, für bürgerschaftliches Engagement, gegen Ausländerfeindlichkeit und Rassismus, für Bemühungen um die Integration von Ausländern, für die europäische Integration, für entschiedenen Kampf gegen neofaschistische Umtriebe und aufkeimenden Antisemitismus, und für eine wirkliche Wiedervereinigung. Den ersten Preis vor 37 Jahren erhielt Georg Picht und die Aktion Sühnezeichen unter dem Leitwort „Vom rechten Gebrauch der Freiheit“. Den 37. Preis bekam Wolfgang Thierse unter dem Titel „Neue Bündnisse für unsere Demokratie.“ In ihrer Schlussrede sagt Frau Hamm – Brücher: „Ein neues Zeitalter ist angebrochen, dessen Errungenschaften, aber auch globale und lokale Gefährdungen uns alle herausfordern. Werden angesichts dieser bisher nie gekannten Umbrüche unsere so schwer und verspätet erkämpften Werte von parlamentarischer Demokratie, Freiheit und Gerechtigkeit unverändert Bestand haben? Was muss politisch, was bildungs- und gesellschaftspolitisch geschehen, damit diese Grundpfeiler nicht ins Wanken geraten und antidemokratische Kräfte sie zu Fall bringen?

Die Frage nach dem rechten Gebrauch der Freiheit wird immer wieder neu gestellt. Sie bleibt die entscheidende Frage für jede politische Generation. Hildegard Hamm – Brücher hat gezeigt, wie man sie beantworten kann.

Nachruf auf Hildegard Hamm-Brücher von Rupprecht Podszun

Hildegard Hamm-Brücher (1921-2016)

Im Oktober war Hildegard Hamm-Brücher noch einmal ganz in ihrem Element. Die Leidenschaft für ihre Sache hatte die 95-jährige beflügelt, sie traute sich die jetzt für sie so beschwerliche Reise von München nach Berlin zu. Das Ziel: Schloss Bellevue. Der Anlass: Der Bundespräsident wollte sich über neue Ideen für Deutschland unterhalten. Dazu hatte er Schülerinnen und Schüler eingeladen, die bei dem von Hildegard Hamm-Brücher ins Leben gerufenen Wettbewerb „Demokratisch Handeln“ mitgemacht hatten. Das war ihre Sache: Menschen, gerade junge Menschen, für Demokratie und Bürgerrechte, für das großartige Grundgesetz begeistern! Ihrem Charme und ihrer unbekümmerten Hartnäckigkeit in dieser Angelegenheit konnte sich niemand entziehen, kein Bundespräsident, keine vierzehnjährigen „Demokratielehrlinge“, und selbst manch ein Parteiverdrossener spürte bei Gesprächen mit der liberalen Politikerin wieder Lust, anzupacken.

Das dauernde Ringen um die Demokratie, gegen rechte Umtriebe und für eine Stärkung der Bürgergesellschaft waren ihre Lebensthemen, seit sie beschlossen hatte, dass es so etwas wie die Nazi-Herrschaft nicht mehr geben dürfe. 1921 war Hildegard Brücher in Essen geboren worden. Sie wuchs in Berlin auf, bis ihre Eltern früh starben. Sie zog mit ihren Geschwistern zur Großmutter nach Dresden – die sich das Leben nahm, als sie ins KZ Theresienstadt abtransportiert werden sollte. Früh lernte sie selbst Verantwortung zu übernehmen. Während ihres Chemiestudi-ums in München – der Nobelpreisträger Heinrich Wieland schützte seine Doktoran-din vor den Nazis – wurde sie Zeugin, wie die Geschwister Scholl ihr Leben für die Freiheit gaben. Ein Schlüsselerlebnis, Auftrag für die Zeit danach. Sie heuerte nach Kriegsende als Wissenschaftsredakteurin bei der Neuen Zeitung in München an, Erich Kästner war ihr Chef. 1946 folgte eine entscheidende Begegnung: Sie interviewte Theodor Heuss, damals noch nicht Bundespräsident, sondern „Kultminister“ in Württemberg-Baden, und der erkannte: „Mädle, Sie müsset in die Politik!“

Eine für Frauen dieser Generation beispiellose Karriere folgte: Hildegard Brücher trat in die FDP ein (die sie im Jahr 2002 wieder verließ – aus Protest gegen die Dul-dung des antisemitischen Kurses von Jürgen Möllemann), sie zog als jüngste Stadträtin 1948 in den Münchner Stadtrat ein, war zu Zeiten des allmächtigen Franz-Josef Strauß Fraktionschefin im bayerischen Landtag („ich kam mir vor wie ein Hund, der den Mond anbellt“), wurde Staatssekretärin für Bildung, erst in Hessen, dann im Bund, diente später an der Seite von Hans-Dietrich Genscher und unter Helmut Schmidt als Staatsministerin im Auswärtigen Amt. München machte sie zur Ehrenbürgerin, das Land Baden-Württemberg, wo jährlich der von ihr begründete Theodor-Heuss-Preis verliehen wird, zur Ehrenprofessorin.
Doch dieser Ausnahmepersönlichkeit ist mit der Aufzählung von Ämtern und Ehren nicht beizukommen. Hildegard Hamm-Brücher wurde immer respektiert, oft be-wundert und verehrt. Das liegt nicht an ihren politischen Erfolgen, sondern an ihrer Haltung: am unbedingten Eintreten für eine liberale, aufrichtige Politik, an einer Offenheit gegenüber dem Anderen, einer echten geistigen Freiheit. Dass sie Mut, Witz und Freiheitsliebe eines jungen Mädchens mit der Ausstrahlung einer Dame verband, machte sie zu einer der aufregendsten Persönlichkeiten der Bonner Re-publik. Blinde Parteidisziplin und platte Parolen waren ihre Sache nicht. Am Sichtbarsten kollidierte ihre unbestechliche Haltung mit der Wende 1982. Im Bundestag begründete sie mit intellektueller Schärfe, warum der Sturz Helmut Schmidts das „Odium des verletzten demokratischen Anstands“ hatte – eine Sternstunde des Parlamentarismus. Sie bezahlte für ihre Aufrichtigkeit jedoch mit Jahren der Igno-ranz durch Helmut Kohl und die flexiblen Machtpolitiker ihrer eigenen Partei. Erst 1994 schickte die FDP ihre Grande Dame ins Rennen um die Bundespräsidentschaft.

1999 gehörte sie zu den Initiatoren eines großen Fests zum 50. Geburtstag des Grundgesetzes – die Menschen immer wieder für Demokratie und Bürgerrechte begeistern, darum ging es ihr. „Demokratiepolitik“ hielt sie für mindestens so wich-tig wie andere Politikfelder, am besten mit einem eigenen Ministerium! Demokratiepolitik allerdings braucht langen Atem und viele kleine Schritte, daher förderte sie Initiativen, die gegen „National befreite Zonen“ kämpften, unterstützte Schulprojekte und Umweltinitiativen. Immer wieder schrieb sie lesenswerte Bücher, reiste durch die Republik, warb für die fabelhafte Verfassung. Über viele Jahrzehnte war die Theodor-Heuss-Stiftung, die sie 1964 mit Familie und Weggefährten des ersten Bundespräsidenten gegründet hatte, so etwas wie ihr Forum. In der Heuss-Stiftung trafen sich – über alle Parteigrenzen hinweg – die Freigeister der Republik: Richard von Weizsäcker, Gerhart Baum, Helmut Schmidt, Lothar Späth, Hans-Jochen Vogel, Ralf Dahrendorf oder Marion Gräfin Dönhoff, später holte sie Joachim Gauck und andere in diese Kreise. Sie brachte Politikprofis zusammen mit engagierten Vertreterinnen und Vertretern der Bürgergesellschaft, die vor Ort für Demokratie und Bürgerrechte kämpfen. Nur träumen lässt sich, wie ein Deutschland aussähe, das diese Traditionslinie in höheren Ehren hielte.
Die Gratwanderung, eine Spitzenpolitikerin zu sein, ohne sich je von Partei oder Amt vereinnahmen zu lassen, führte auch zu Verhärtungen. Ihre positive Lebenseinstellung („Augen auf und durch!“) ließ sich Hildegard Hamm-Brücher jedoch nicht nehmen, und noch in den letzten Monaten dachte sie intensiv darüber nach, welche Herausforderungen das Flüchtlingsthema für die Weiterentwicklung der Demokratie mit sich bringt.


Verheiratet war Hildegard Hamm-Brücher mit dem Münchner CSU-Stadtrat Erwin Hamm, der 2008 verstarb. Ihre zwei Kinder schirmte das Paar soweit möglich ab.

Hildegard Hamm-Brücher starb am 7. Dezember 2016 im Alter von 95 Jahren in München. In Erinnerung bleibt sie als außergewöhnliche Demokratin, die für viele Bürgerinnen und Bürger zum Vorbild wurde. Sie fehlt. Gerade in diesen Zeiten.

Rupprecht Podszun
Mitglied des Vorstands der Theodor Heuss Stiftung

Pressemitteilung zum Tod von
Hildegard Hamm-Brücher

Theodor Heuss Stiftung: Trauer um Hildegard Hamm-Brücher
Die Theodor Heuss Stiftung trauert um ihre Gründungsvorsitzende Hildegard Hamm-Brücher. Die liberale Politikerin war im Alter von 95 Jahren in München gestorben. Hamm-Brücher hatte die überparteiliche Stiftung 1964 mit der Familie und Freunden des ersten Bundespräsidenten Theodor Heuss gegründet und 35 Jahre lang geleitet. Die Stiftung setzt sich für eine demokratische Kultur und die Achtung der Bürgerrechte ein. Jedes Jahr verleiht sie in Stuttgart den Theodor Heuss Preis und Medaillen an Persönlichkeiten und Initiativen, die sich für demokratische Projekte engagieren.
„Wir verlieren mit Hildegard Hamm-Brücher eine zentrale Persönlichkeit unserer Stiftung“, sagt Ludwig Heuss, der Vorsitzende der Theodor Heuss Stiftung. „Sie hat über Jahrzehnte die Stiftung zu einem Ort gemacht, an dem sich über alle Parteigrenzen hinweg die Verfechter einer offenen Bürgergesellschaft treffen und austauschen können. Gerade in den Jahren, in denen sie in ihrer Partei wegen ihrer geistigen Unabhängigkeit aneckte, wurde die Stiftung immer mehr zu ihrer politischen Heimat.“ Hildegard Hamm-Brücher, die für die FDP 1948 als jüngste Stadträtin in den Rat der Stadt München gewählt worden war, hatte sich 1982 gegen das Ende der sozial-liberalen Koalition ausgesprochen. Im Kabinett von Helmut Schmidt war sie Staatsministerin im Auswärtigen Amt gewesen. 1994 war sie Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten, 1999 gehörte sie zu den Initiatoren der „Woche der Bürgergesellschaft“, mit der der 50. Geburtstag des Grundgesetzes gefeiert wurde.
Ludwig Heuss: „Wir sind ihr unendlich dankbar – nicht nur wegen ihres Einsatzes für die Stiftung. Hildegard Hamm-Brücher war vor allem eine Persönlichkeit, die andere mit ihrer demokratischen Leidenschaft und mit der Begeisterung für das Grundgesetz anstecken konnte. Sie hat immer wieder junge Menschen ermuntert, sich einzumischen. Für viele wurde sie zum Vorbild. Sie wird fehlen – gerade in Zeiten wie diesen.“

9. Dezember 2016

Hildegard Hamm-Brücher in memoriam

Wir trauern um unsere Gründungsvorsitzende Hildegard Hamm-Brücher, die sich Zeit ihres politischen Lebens mit Leidenschaft für den Aufbau und die Stärkung einer freien und gerechten Gesellschaft in Deutschland eingesetzt hat. Ihr glaubwürdiges demokratisches Engagement und ihre Zivilcourage werden uns beispielgebend und vorbildlich bleiben. Wir werden uns dankbar an sie erinnern. Unsere Gedanken sind bei ihrer Familie.

Herzlichen Glückwunsch, liebe Sabine Leutheusser-Schnarrenberger!

25. November 2016

Unsere Stv. Vorsitzende wird heute in München mit dem Max Friedländer-Preis ausgezeichnet.

http://Max Friedländer-Preis