Preisträger 2004

Prof. Dr. Krzysztof Michalski

Prof. Dr. Krzysztof Michalski Der Theodor-Heuss-Preis für das Jahr 2004 wird dem Philosophen, Gründer und Rektor des Instituts für die Wissenschaften vom Menschen, Krzysztof Michalski, zuerkannt, weil er mit seiner Arbeit den Blick darauf lenkt, dass in einem vereinigten Europa die Frage des Zusammenlebens der Menschen im Mittelpunkt stehen muss. Seit Anfang der achtziger Jahre spielt er eine wichtige Rolle bei der Vertiefung des politischen und kulturellen Dialogs zwischen Ost und West. Damit trug er zur Befreiung vom Kommunismus bei und förderte die Entwicklung einer demokratischen Zivilgesellschaft in den Ländern Mittel- und Osteuropas. Michalski und sein Institut verbinden immer höchste intellektuelle Ansprüche mit den Fragen politischer Umsetzbarkeit und besonderer Förderung des Nachwuchses. Indem sie auf beispielhafte Weise herausragende Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Gesellschaft und Politik miteinander ins Gespräch bringen, stärken sie zudem die Entwicklung einer dringend notwendigen Diskussionskultur. Nach der EU-Erweiterung wird diese Arbeit wichtiger denn je sein. Europa kann nur gedeihen, wenn West und Ost bereit sind, umzudenken und sich den gemeinsamen Herausforderungen der Zukunft zu stellen. Krzysztof Michalski ist zugleich ein wichtiger Mittler im transatlantischen Dialog. Er ist ebenfalls Professor an der Boston University, wo das Institut für die Wissenschaft vom Menschen eine Niederlassung hat, die sich insbesondere den amerikanisch-europäischen Beziehungen widmet. Der Theodor-Heuss-Preis 2004 gilt einem Vermittler zwischen den Gesellschaften und den Kulturen, der durch seine Arbeit dazu beiträgt, dass das zukünftige Europa ein Europa der Bürger, der Menschen sein wird. Dafür schulden wir ihm Dank und Anerkennung.

Junge Europäische Föderalisten (JEF)

Eine Theodor-Heuss-Medaille für das Jahr 2004 wird den Jungen Europäischen Föderalisten (JEF) zuerkannt, für ihr langjähriges Engagement für ein bürgernahes, demokratisches, solidarisches und geeintes Europa. Seit dem 9. November 1989 befindet sich Europa im Umbruch. Der Aufstand der Bürger für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Freiheit hat zum Einsturz der Mauer geführt. Die deutsche Einheit eröffnete die Chance zu einem vereinten Europa, dem am 1. Mai 2004 weitere zehn Staaten, unter anderem Polen, die Tschechische Republik, Ungarn und Slowenien beitreten werden. Diese wichtigen Entwicklungen werden jedoch von den Bürgerinnen und Bürgern kaum wahrgenommen. Es mangelt in weiten Teilen an europäischer Öffentlichkeit, an zivilgesellschaftlichem Engagement über Grenzen hinweg und an der Teilhabe der Bürgerinnen und Bürger an der Gestaltung der Europäischen Union. Die Jungen Europäischen Föderalisten engagieren sich seit über 50 Jahren für ein vereintes und friedliches Europa. Mit vielfältigen Aktionen und Projekten macht JEF nicht nur auf den überfälligen Integrationsprozess der Europäischen Union aufmerksam. Die Mitglieder aus nahezu 30 Staaten setzen sich dafür ein, dass die Europäische Union, um handlungsfähiger zu werden und zu bleiben, demokratischer, rechtsstaatlicher und bürgernäher werden muss. Als wichtiger zivilgesellschaftlicher Akteur in europapolitischen Fragen vereint JEF junge Menschen, die sich dem Ziel eines transparenten und föderalen Europa der Vielfalt von Kulturen und Lebensweisen verpflichtet haben. Die Theodor-Heuss-Stiftung will mit den Jungen Europäischen Föderalisten eine Initiative auszeichnen, die für das Europa von >unten<, für das Europa der Bürgerinnen und Bürger und für offene, plurale Gesellschaften eintritt und kämpft.

MitOst e.V.

Eine Theodor-Heuss-Medaille für das Jahr 2004 wird MitOst e.V., Verein für Sprach- und Kulturaustausch in Mittel-, Ost- und Südosteuropa, zuerkannt, für sein demokratisches und völkerverbindendes Engagement für ein solidarisches und friedliches Europa. Seit dem 9. November 1989 befindet sich Europa im Umbruch. Der Aufstand der Bürger für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Freiheit hat zum Einsturz der Mauer geführt. Die deutsche Einheit eröffnete die Chance zu einem vereinten Europa, dem am 1. Mai 2004 weitere zehn Staaten, unter anderem Polen, die Tschechische Republik, Ungarn und Slowenien beitreten werden. Diese wichtigen Entwicklungen werden jedoch von den Bürgerinnen und Bürgern kaum wahrgenommen. Es mangelt in weiten Teilen an europäischer Öffentlichkeit, an zivilgesellschaftlichem Engagement über Grenzen hinweg und an der Teilhabe der Bürgerinnen und Bürger an der Gestaltung der Europäischen Union. MitOst e.V. trägt seit 1996 als Mittler und Förderer des Kultur- und Sprachaustausches in Mittel-, Ost- und Südosteuropa dazu bei, dass vorwiegend junge Europäer und Europäerinnen einander kennen lernen und sich gemeinsam dem Ziel der Völkerverständigung und Bildung über Grenzen hinweg verpflichten. Mit mehr als 900 Mitgliedern aus 20 Staaten initiiert und vernetzt MitOst e.V. ehrenamtliche Bildungs- und Kulturprojekte, Seminare, Ausstellungen und Dokumentationen im Bereich der internationalen Verständigung und unterstützt damit effektiv und nachhaltig die Entwicklung hin zu einem bürgerschaftlichen, zukunftsfähigen und vereinten Europa. Die Theodor-Heuss-Stiftung will mit MitOst e.V. eine Initiative auszeichnen, die für das Europa von >unten<, für das Europa der Bürgerinnen und Bürger und für offene, plurale Gesellschaften eintritt und kämpft.

PICUM

Eine Theodor-Heuss-Medaille für das Jahr 2004 wird PICUM (Platform for International Cooperation on Undocumented Migrants) zuerkannt, für ihr langjähriges Engagement für ein solidarisches, demokratisches und geeintes Europa. Seit dem 9. November 1989 befindet sich Europa im Umbruch. Der Aufstand der Bürger für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Freiheit hat zum Einsturz der Mauer geführt. Die deutsche Einheit eröffnete die Chance zu einem vereinten Europa, dem am 1. Mai 2004 weitere zehn Staaten, unter anderem Polen, die Tschechische Republik, Ungarn und Slowenien beitreten werden. Diese wichtigen Entwicklungen werden jedoch von den Bürgerinnen und Bürgern kaum wahrgenommen. Es mangelt in weiten Teilen an europäischer Öffentlichkeit, an zivilgesellschaftlichem Engagement über Grenzen hinweg und an der Teilhabe der Bürgerinnen und Bürger an der Gestaltung der Europäischen Union. PICUM begann im Jahr 2000 damit, sich für diejenigen Menschen einzusetzen, die sich als Einwanderer ohne Papiere innerhalb Europas aufhalten und dadurch von der Gesellschaft ausgeschlossen sind. Sie kämpft für die Achtung der Menschenrechte dieser ausländischen Bürger mit dem Ziel, die Anerkennung dieser Rechte, insbesondere des Rechts auf Grundversorgung, auf menschenwürdige Behandlung und auf eine gesetzliche Regelung ihres Status zu erreichen. Als nichtstaatliche Organisation berät, unterstützt und vernetzt sie Institutionen und Initiativen, die sich in den europäischen Staaten vor Ort um die Einwanderer mit ungeklärtem Status kümmern, und erarbeitet Empfehlungen für die Verbesserung ihrer rechtlichen und sozialen Lage in Übereinstimmung mit den nationalen Verfassungen und den internationalen Abkommen. Die Theodor-Heuss-Stiftung will mit PICUM eine Initiative auszeichnen, die für das Europa von >unten<, für das Europa der Bürgerinnen und Bürger und für offene, plurale und gerechte Gesellschaften eintritt und kämpft.

Anstöße für ein Europa der Bürger

2004