Preisträger 1979

Stadt Castrop-Rauxel (Städtepartnerschaften)

Theodor-Heuss-Preis 1979

Castrop-Rauxel

Der Theodor-Heuss-Preis für 1979 wurde der Stadt Castrop-Rauxel und ihren Bürgern verliehen für ihr fast 30jähriges, beispielhaftes Engagement in städtepartnerschaftlicher europäischer Zusammenarbeit mit den Städten Wakefield (England), Vincennes (Frankreich), Delft (Holland) und Kuopio (Finnland). Bereits im Jahr 1950 haben sich die Bürger der Stadt Castrop-Rauxel mit überwältigender Mehrheit in geheimer Abstimmung für ein vereintes Europa entschieden. Aus diesem Votum haben engagierte Bürger, Stadträte und Bürgermeister seither und immer von neuem konkrete Konsequenzen gezogen. So wurden bereits 1949 erste Kontakte zur Stadt Wakefield geknüpft, denen Vincennes und Delft folgten. Schließlich wurde 1965 auch Kuopio in die europäische Partnerschaft mit einbezogen – als ein bewußtes Zeichen dafür, daß das europäische Zusammengehörigkeitsgefühl über die Grenzen der Europäischen Gemeinschaft und des Europäischen Rates hinausreicht. Die Begegnungen im Rahmen dieser Städtepartnerschaften bestehen aber nicht aus offiziellen Delegationen, Festreden und organisierter Routine. Sie zeichnen sich bei allen Beteiligten durch eine Fülle lebendiger Kontakte, vertiefter Begegnungen und einen vielfältigen Erfahrungs- und Meinungsaustausch aus. Sie beziehen Jugendliche und Senioren ebenso ein wie Arbeitslose und Bürgerinitiativen. Sie umfassen Sport-, Kultur- und kommunalpolitische Fragen. Die Stadt Castrop-Rauxel hat ein hervorragendes Beispiel für Engagement gegeben.

Hilfsaktion Bretagne (Katastrophe)

Die “Hilfsaktion Bretagne” bekam die Theodor-Heuss-Medaille 1979 für ihren engagierten Einsatz anläßlich der im April 1978 von einem Öltanker vor der bretonischen Küste verursachten Ölkatastrophe. Diese Hilfsaktionjunger Deutscher, an der sich neben Jugendgruppen und Schülern der Hibernia und Salemschulen auch Zivildienstleistende, Bürgerinitiativen und Feuerwehrleute beteiligten, wurde von Werner Rammensee initiiert und von ihm und Alfred Horn organisiert. Während der Hilfseinsätze haben diese jungen Leute ein hervorragend es Beispiel praktischer europäischer Solidarität gegeben. Darüber hinaus hat ihr Einsatz große Anerkennung bei der französischen Bevölkerung gefunden, und manche persönlichen Kontakte wurden geknüpft.

Lilo Milchsack (Deutsch-Englische Gespräche)

Lilo Milchsack bekam die Theodor-Heuss-Medaille 1979 zuerkannt für ihr jahrzehntelanges, beispielgebendes Engagement für die deutsch-englische Verständigung. Sie ist Initiatorin, Gründerin und Vorstandsvorsitzende der Deutsch-Englischen Gesellschaft, die schon seit 1949 sich für die deutsch-britische Aussöhnung eingesetzt hat. Mit viel Ideen, liebenswürdiger Zähigkeit und großem Geschick hat sie mit den Königswinterer Gesprächen ein politisch einflußreiches Forum geschaffen und zu einer wichtigen europapolitischen Institution entwickelt. Sie hat damit auch einen großen Beitrag für die britische Annäherung an den kontinentalen europäischen Einigungsprozeß geleistet.

Hans Paeschke (Zeitschrift Merkur)

Hans Paeschke erhielt die Theodor-Heuss Medaille 1979 für sein drei Jahrzehnte dauerndes Engagement als Herausgeber des „Merkur”. Mit der Monatszeitschrift „Merkur – deutsche Zeitschrift für europäisches Denken” hat Hans Paeschke den europäischen Dialog gefördert. Das weite geistige und politische Spektrum der Autoren, die Offenheit und Toleranz des Herausgebers haben den “Merkur” zu einem Modell für die geistige und kulturelle Begegnung Europas gemacht, die eine fundamentale Voraussetzung für das Zusammenwachsen Europas darstellt. Hans Paeschke hat dies erkannt und in seiner praktischen Arbeit danach gehandelt.

Bürgerengagement in Europa

1979