"Bildung - Teilhabe - lebendige Demokratie"
Immer mehr Jugendliche insbesondere in den sozial stark belasteten Vierteln vieler Städte, aber auch auf dem sich entvölkernden Land, werden zunehmend ausgegrenzt. Erfolglos in der Schule, ohne sozialen Rückhalt in der Familie, ohne berufliche Qualifikation ist ihre Chance, in den Arbeitsmarkt integriert zu werden, gering. Anerkennung erfahren sie selten. Das Gefühl, von der Gesellschaft gehört, gebraucht und respektiert zu werden, kennen sie in der Regel nicht. Die Reaktionen sind bekannt: Suche nach extremistischen Bindungen, Suche nach Sündenböcken, vorurteilsvolles Denken, Abwertung Anderer. Ein großer Teil der Jugendlichen ist dabei doppelt getroffen, da ihr Recht auf Teilhabe nicht nur aus sozialen, sondern auch aus ethnischen und kulturellen Gründen eingeschränkt ist. Demokratie als Politik-, Gesellschafts- und Lebensform ist ihnen meist fremd. Ziel muss sein, die gefährdeten Jugendlichen in die Gesellschaft einzubinden und ihnen die Chancen zu geben, die ihnen wie allen anderen Jugendlichen gebühren. Das ist nicht nur den Betroffenen geschuldet, sondern auch der Demokratie. Die Theodor Heuss Stiftung will mit dem diesjährigen Preis- und den Medaillenträgern Antworten auf die Bildungsarmut und das damit einhergehende Demokratiedefizit geben.