Pressemitteilung vom 25. Januar 2012
Theodor Heuss Preis 2012 für Bildungsforscher Wolfgang Edelstein
»Bildung - Teilhabe - lebendige Demokratie«

STUTTGART. Den 47. Theodor Heuss Preis erhält der ehemalige Direktor des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung und Mitinitiator des Modellprogramms „Demokratie leben und lernen", Prof. Dr. Wolfgang Edelstein, der seit Jahrzehnten um das Lernen der Demokratie kämpft - mit über 80 Jahren so leidenschaftlich wie zuvor.

Die Theodor Heuss Medaillen 2012 gehen an die Anti-Bias-Werkstatt, die einen der innovativsten und reichhaltigsten Ansätze antidiskriminierender Bildungsarbeit verfolgt, an Reinhard und Annette Erös und ihre private Initiative „Kinderhilfe Afghanistan", die afghanische Kinder und Frauen in den besonders gefährdeten Ostprovinzen mit schulischen und medizinischen Einrichtungen unterstützt, an Lothar Krappmann, einem international anerkannten Bildungsforscher im Bereich Kindheit und Kinderpolitik sowie an das Projekt „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage", einem Netzwerk zur Förderung von Zivilcourage, das 1995 in Deutschland eingeführt wurde und dem mittlerweile 1000 Schulen mit rund 750.000 Schülern angehören.

Immer mehr Jugendliche insbesondere in den sozial stark belasteten Vierteln vieler Städte, aber auch auf dem sich entvölkernden Land werden zunehmend ausgegrenzt. Erfolglos in der Schule, ohne sozialen Rückhalt in der Familie, ohne berufliche Qualifikation ist ihre Chance, in den Arbeitsmarkt integriert zu werden, gering. Anerkennung erfahren sie selten. Das Gefühl, von der Gesellschaft gehört, gebraucht und respektiert zu werden, kennen sie in der Regel nicht. Die Reaktionen sind bekannt: Suche nach extremistischen Bindungen, Suche nach Sündenböcken, vorurteilsvolles Denken, Abwertung Anderer. Ein großer Teil der Jugendlichen ist dabei doppelt getroffen, da ihr Recht auf Teilhabe nicht nur aus sozialen, sondern auch aus ethnischen und kulturellen Gründen eingeschränkt ist. Demokratie als Politik-, Gesellschafts- und Lebensform ist ihnen meist fremd. Ziel muss sein, die gefährdeten Jugendlichen in die Gesellschaft einzubinden und ihnen die Chancen zu geben, die ihnen wie allen anderen Jugendlichen gebühren. Das ist nicht nur den Betroffenen geschuldet, sondern auch der Demokratie. Die Theodor Heuss Stiftung will mit dem diesjährigen Preis- und den Medaillenträgern Antworten auf die Bildungsarmut und das damit einhergehende Demokratiedefizit geben.

Die 47. Theodor Heuss Preisverleihung findet am Samstag, den 28. April 2012, um 10.30 Uhr im Weißen Saal des Neuen Schlosses in Stuttgart statt. Sie steht unter dem Jahresthema „Bildung - Teilhabe - lebendige Demokratie". Für die Laudatio ist der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Prof. Dr. Andreas Voßkuhle angefragt. Das Podiumsgespräch mit den Preisträgern moderiert Prof. Dr. Gesine Schwan.

Am Vortag der Preisverleihung, am Freitag, den 27. April 2012, findet das traditionelle Kolloquium zum Jahresthema statt, an dem der Preis- und die Medaillenträger mitwirken werden.

Stuttgart, den 25. Januar 2012

Die überparteiliche Theodor Heuss Stiftung trägt den Namen des ersten Bundespräsidenten (Amtszeit von 1949 - 59). Sie wurde 1964 nach dessen Tod von Hildegard Hamm-Brücher, seinem Sohn Ernst Ludwig Heuss, und einem Kreis von Freunden gegründet, um in Erinnerung an die Person und das politische Lebenswerk von Theodor Heuss Beispiele für gesellschaftliches Engagement, Zivilcourage und den Einsatz zur Förderung unserer demokratischen Grundordnung auszuzeichnen. Die Stiftung will damit „auf etwas hinweisen, was in unserer Demokratie getan und gestaltet werden muss, ohne dass es bereits vollendet ist" (Carl Friedrich v. Weizsäcker, 1965). Der Theodor Heuss Preis wird seit 1965 jährlich an Persönlichkeiten und Organisationen vergeben, die in diesem Sinne wegweisend wirken.

Pressemitteilung vom 28. Oktober 2011
„Energie, Umwelt - Verantwortung vor der Welt: Herausforderungen für ein gutes Leben"

Herbsttagung der Theodor Heuss Stiftung in Stuttgart

In der Diskussion um die Bewältigung der Klimakatastrophe setzt der Naturwissenschaftler und Politiker, Ernst Ulrich von Weizsäcker, auf eine Allianz zwischen Europa und Asien, die vier Kerninhalte beinhaltet: Klimaschutz, der diesen Namen verdient, eine langfristige Wirtschafts- , Technologie- und Umweltpolitik, ein Staatsverständnis und Menschenbild, das öffentliche Anliegen und die Rechte künftiger Generationen berücksichtigt sowie ein Ausgleich zwischen Arm und Reich innerhalb und zwischen den Ländern.

Was bedeutet das für uns? In ihrer traditionellen Herbsttagung will die Theodor Heuss Stiftung diese Kerninhalte fokussieren und anhand der Frage „Energieeffizienz, ökologischer Fußabdruck, materielle Ungleichheit, heterogenen Lebensformen, Generationengerechtigkeit, persönlich Freiheit: Was wird aus uns? weiter vertiefen. Nach Impulsreferaten von Tanja Gönner, MdL, Umweltministerin a.D. des Landes Baden-Württemberg, Irmi Seidl, Leiterin der Forschungseinheit Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) und Monika Griefahn, Co-Chair Right Livelihood Award Foundation sollen in der Diskussion mit Fachleuten Strategien für ein gutes Leben erarbeitet werden. Die Einführung zum Thema „Politische Rahmenbedingungen für nachhaltiges Wachstum" hält der Theodor Heuss Preisträger 2011, Ernst Ulrich von Weizsäcker.

Die Veranstaltung findet am

Freitag, den 4. November 2011, 10.30 - 13.15 Uhr, im Stuttgarter Rathaus

statt. Die Ergebnisse der Tagung werden von der Theodor Heuss Stiftung veröffentlicht.

Die überparteiliche Theodor Heuss Stiftung trägt den Namen des ersten Bundespräsidenten (Amtszeit von 1949 - 59). Sie wurde 1964 nach dessen Tod von Hildegard Hamm-Brücher, seinem Sohn Ernst Ludwig Heuss, und einem Kreis von Freunden gegründet, um in Erinnerung an die Person und das politische Lebenswerk von Theodor Heuss Beispiele für gesellschaftliches Engagement, Zivilcourage und den Einsatz zur Förderung unserer demokratischen Grundordnung auszuzeichnen. Die Stiftung will damit „auf etwas hinweisen, was in unserer Demokratie getan und gestaltet werden muss, ohne dass es bereits vollendet ist" (Carl Friedrich v. Weizsäcker, 1965). Der Theodor Heuss Preis wird seit 1965 jährlich an Persönlichkeiten und Organisationen vergeben, die in diesem Sinne wegweisend wirken.

Pressemitteilung vom 9. April 2011
Umweltforscher fordert Allianz Europa - Asien

Nicht auf Amerika warten / Theodor Heuss Preis für Ernst Ulrich von Weizsäcker

 

STUTTGART. Für eine Allianz zwischen Europa und Asien hat sich der Klimaforscher Ernst Ulrich von Weizsäcker nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima ausgesprochen. Bei der Verleihung des diesjährigen Theodor Heuss Preises im Stuttgarter Neuen Schloss nannte er als Kernpunkte der Allianz einen technologischen Aufbruch, die Balance zwischen Staat und Markt mit dem dazugehörigen Menschenbild sowie Toleranz, Solidarität und den Ausgleich zwischen Nord und Süd, dabei auch die arabischen Länder im Blick.

            Auf die USA zu warten, so der Preisträger, habe derzeit keinen Sinn, weil Amerika innerlich zu sehr zerstritten sei. In diesem Zusammenhang erwähnte er vor allen Dingen die Aktivitäten der politischen Tea Party-Bewegung. Dagegen forderte er nachdrücklich, die Dominanz des angloamerikanischen Denkens zu überwinden. Abermals plädierte er für eine konsequente Fortführung der ökologischen Steuerreform mit sozialen Ausgleichsmomenten, die in der rot-grünen Regierungszeit begonnen wurde. Darin sieht er auch große Potentiale für ein langfristiges Wirtschaftswachstum in Deutschland, aber auch Chancen für die Exportindustrie. Unterstützung fand er darin durch seinen Laudator, den grünen Europa-Abgeordneten Sven Giegold.

            Weizsäcker verlangte „eine neue große Vision für Europa". Allerdings bedauerte er, dass die EU heute ein so schwaches Bild abgebe. Die Europäer müssten sich, ähnlich wie nach 1945, neue Ziele setzen, zum Beispiel durch eine gemeinsame Wirtschaftspolitik, verbunden mit Einschränkungen nationaler Souveränitätsrechte. Dann werde es auch mit den Institutionen und Personen, die Europa repräsentieren, wieder leichter, meinte der frühere SPD-Bundestagsabgeordnete und Leiter des Wuppertaler Instituts für Klima, Umwelt und Energie. Weizsäcker: „Aber die politische Wucht bekommt das alles nur, wenn wir es schaffen, die geforderte Allianz mit Asien aufzubauen."

            Bei der Preisverleihung würdigte Ludwig Theodor Heuss, Vorsitzender der Theodor Heuss Stiftung, Ernst Ulrich von Weizsäcker als Vordenker auf dem Feld der Ressourcen-Optimierung. Bekannt wurde der Forscher mit seiner Formel „Faktor Fünf", nach der es technisch möglich ist, fünfmal so viel Wohlstand aus einem Fass Öl oder einer Kilowattstunde herauszuholen.

 

Für ihr bürgerschaftliches Engagement wurden mit Theodor Heuss Medaillen ausgezeichnet die Kampagnenplattform Campact, der Förderverein für Öffentlichkeitsarbeit im Natur- und Umweltschutz (FÖN) aus Brandenburg sowie die Internetinitiative WikiWoods, die Aufforstungsprojekte organisiert und koordiniert.

 

 




 

 

Die überparteiliche Theodor Heuss Stiftung trägt den Namen des ersten Bundespräsidenten (Amtszeit von 1949 - 59). Sie wurde 1964 nach dessen Tod von Hildegard Hamm-Brücher, seinem Sohn Ernst Ludwig Heuss, und einem Kreis von Freunden gegründet, um in Erinnerung an die Person und das politische Lebenswerk von Theodor Heuss Beispiele für gesellschaftliches Engagement, Zivilcourage und den Einsatz zur Förderung unserer demokratischen Grundordnung auszuzeichnen. Die Stiftung will damit „auf etwas hinweisen, was in unserer Demokratie getan und gestaltet werden muss, ohne dass es bereits vollendet ist" (Carl Friedrich v. Weizsäcker, 1965). Der Theodor Heuss Preis wird seit 1965 jährlich an Persönlichkeiten und Organisationen vergeben, die in diesem Sinne wegweisend wirken.

Pressemitteilung vom 26. Januar 2011
Theodor Heuss Preis 2011 an Ernst Ulrich von Weizsäcker
Energie, Umwelt - Verantwortung vor der Welt 

STUTTGART. Für seine wegweisenden Beiträge zum Klimawandel und Umweltschutz erhält der Naturwissenschaftler und Politiker Ernst Ulrich von Weizsäcker den diesjährigen Theodor Heuss Preis. Vorstand und Kuratorium der Theodor Heuss Stiftung würdigen damit von Weizsäckers außerordentliches persönliches Engagement, als international ausgewiesener Forscher und Experte nach Lösungen für die globalen Umweltprobleme zu suchen.

Die Theodor Heuss Medaillen 2011 gehen an die Initiative Campact e. V., die Kampagnen für eine sozial gerechte und ökologisch nachhaltige Gesellschaft organisiert, den Förderverein für Öffentlichkeitsarbeit im Natur- und Umweltschutz e. V. (FÖN), der sich für den Schutz natürlicher Lebensgrundlagen einsetzt sowie an WikiWoods.org, eine offene Plattform, die sich um freiwilliges Engagement zur Schaffung und Erhaltung naturnaher Wälder bemüht.

Für den Theodor Heuss Preisträger 2011, Ernst Ulrich von Weizsäcker (71), ist die Vereinbarkeit von Ökologie und Ökonomie das Kernanliegen. In seinen zahlreichen Publikationen und Expertisen über gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Themen hat er immer zu einer effizienteren Nutzung natürlicher Ressourcen aufgefordert. Nach seiner Auffassung ist eine Verdoppelung des Wohlstandes mit nur der Hälfte des Naturverbrauchs möglich. Seine Bücher „Faktor Vier" und „Faktor Fünf", in denen er seine Thesen begründet, sind Bestseller. In seinem Bemühen um nachhaltiges Wachstum hat er sich früh für ein ökologisches Steuersystem ausgesprochen. Von 1998 bis 2005 saß von Weizsäcker für die SPD im Deutschen Bundestag. Dem Wuppertaler Institut für Klima, Umwelt und Energie, das 1991 unter seiner Leitung gegründet worden war, verschaffte er als dessen jahrelanger Präsident ein hohes Ansehen. Auch beriet er die UN in New York und europäische Institutionen.

Die 46. Theodor Heuss Preisverleihung findet am Samstag, den 9. April 2011, um10.30 Uhr im Weißen Saal des Neuen Schlosses in Stuttgart statt. Sie steht unter dem Jahresthema „Energie, Umwelt - Verantwortung vor der Welt". Die Laudatio hält Sven Giegold, MdEP. 

Am Vortag der Preisverleihung, am Freitag, den 8. April 2011, findet im Stuttgarter Rathaus das traditionelle Kolloquium zum Jahresthema statt, an dem die Medaillenträger mitwirken.  

Stuttgart, den 26. Januar 2011
 

Die überparteiliche Theodor Heuss Stiftung trägt den Namen des ersten Bundespräsidenten (Amtszeit von 1949 - 59). Sie wurde 1964 nach dessen Tod von Hildegard Hamm-Brücher, seinem Sohn Ernst Ludwig Heuss, und einem Kreis von Freunden gegründet, um in Erinnerung an die Person und das politische Lebenswerk von Theodor Heuss Beispiele für gesellschaftliches Engagement, Zivilcourage und den Einsatz zur Förderung unserer demokratischen Grundordnung auszuzeichnen. Die Stiftung will damit „auf etwas hinweisen, was in unserer Demokratie getan und gestaltet werden muss, ohne dass es bereits vollendet ist" (Carl Friedrich v. Weizsäcker, 1965). Der Theodor Heuss Preis wird seit 1965 jährlich an Persönlichkeiten und Organisationen vergeben, die in diesem Sinne wegweisend wirken.

Pressemitteilung vom 8. Oktober 2010
Soziale Marktwirtschaft in der Globalisierung: Wer setzt die Regeln?
Herbsttagung der Theodor Heuss Stiftung mit Fachleuten in Stuttgart

In der Diskussion um die Bewältigung der Wirtschafts- und Finanzkrise tauchen stets die Fragen auf: Wie setzt
man Regeln? Wer setzt die Regeln, wie und wann werden sie überprüft? Zu diesen Fragestellungen veranstaltet
die Theodor Heuss Stiftung ihre traditionelle Herbsttagung in Stuttgart.

Die Diskussion ist die Fortsetzung des
Jahresthemas der Theodor Heuss Stiftung über die "Soziale Marktwirtschaft in der Globalisierung". An dem
Gespräch nehmen auch teil: Berthold Leibinger, Aufsichtsratsvorsitzender der TRUMPF-Werke, Ernst
Burgbacher, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, und Paul Bendix,
Geschäftsführer von Oxfam Deutschland. Peter Eigen, Gründer von Transparency International, hält ein
Einführungsreferat zum Thema multilateraler Kooperationskultur staatlicher und nichtstaatlicher Akteure.

Berthold Leibinger ist, zusammen mit dem Unternehmer Michael Otto, Träger des diesjährigen Theodor Heuss
Preises, der im Frühjahr in Stuttgart verliehen wurde. Oxfam Deutschland erhielt eine Theodor Heuss Medaille.

Die Veranstaltung findet am
Freitag, den 15. Oktober 2010, 10.30 bis 13.30 Uhr, im Stuttgarter Rathaus statt.

Die Ergebnisse der Tagung werden in einem Jahresband veröffentlicht.

Die überparteiliche Theodor Heuss Stiftung trägt den Namen des ersten Bundespräsidenten (Amtszeit von 1949 - 59).
Sie wurde 1964 nach dessen Tod von Hildegard Hamm-Brücher, seinem Sohn Ernst Ludwig Heuss, und einem Kreis von
Freunden gegründet, um in Erinnerung an die Person und das politische Lebenswerk von Theodor Heuss Beispiele für
gesellschaftliches Engagement, Zivilcourage und den Einsatz zur Förderung unserer demokratischen Grundordnung
auszuzeichnen. Die Stiftung will damit „auf etwas hinweisen, was in unserer Demokratie getan und gestaltet werden muss,
ohne dass es bereits vollendet ist" (Carl Friedrich v. Weizsäcker, 1965). Der Theodor Heuss Preis wird seit 1965 jährlich
an Persönlichkeiten und Organisationen vergebenn, die in diesem Sinne wegweisend wirken.
Pressemitteilung vom 8. Mai 2010
Soziale Marktwirtschaft in der Globalisierung

Theodor Heuss Preis 2010 an die Unternehmer Michael Otto und Berthold Leibinger    

STUTTGART. Angesichts der aktuellen Weltwirtschaftskrise und der Finanzprobleme um den Euro muss die soziale Marktwirtschaft neue Prioritäten setzen. Diese Forderung erhob die Politikwissenschaftlerin Gesine Schwan bei der Verleihung des 45. Theodor Heuss Preises am Wochenende in Stuttgart. Dabei räumte Schwan für diese neue soziale Marktwirtschaft in der Globalisierung neben der traditionellen Politik auch dem Privatsektor und der organisierten Zivilgesellschaft eine herausragende Rolle ein.  

Persönliche Freiheit und Verantwortung müssten durch starke politische Regeln zur Erhaltung des Wettbewerbs, aber auch der Sozialpartnerschaft und Chancengleichheit ergänzt werden, meinte Schwan. Weil die nationalstaatliche Politik heute in ihrer Reichweite beschränkt sei, gelte es, neue Institutionen, Akteure und Verfahren zu finden. Eine globale soziale Marktwirtschaft erfordere große Nachhaltigkeit bei Produkten sowie Konsum „und die langfristige Perspektive einer Angleichung nach oben“, resümierte die ehemalige Hochschulpräsidentin Schwan, damit durch die Senkung von Sozialstandards nicht nur eine Verliererperspektive übrig bleibe. Erforderlich sei besonders in der Privatwirtschaft, über die Partikularinteressen hinaus politische Gemeinwohlverantwortung für die Folgen des eigenen Handelns zu übernehmen.  

Mit dem diesjährigen Theodor Heuss Preis wurden die beiden Unternehmer Berthold Leibinger und Michael Otto ausgezeichnet. Damit ehrt die Stiftung nicht nur ihre wirtschaftlichen Erfolge, bei dem Baden-Württemberger Leibinger im Maschinenbau und der Lasertechnik, beim Hamburger Otto im Versandhandel und Dienstleistungssektor, sondern ihr zivilgesellschaftliches vielfältiges Engagement. Während Leibinger vor allem als Mäzen und Stifter für soziale, kulturelle und kirchliche Einrichtungen hervortrat, hat Otto die Einhaltung von Umweltschutz und Sozialstandards in seinen internationalen Handels- und Liefergeschäften durchgesetzt. 

 Leibinger habe, so die Laudatio des ehemaligen baden-württembergischen Ministerpräsidenten Lothar Späth, immer ein System der Privatinitiative nach vorn gestellt. Wenn alle bei der Erfüllung der Bürgerpflichten handelten wie der Stuttgarter Unternehmer, dann hätten Politik und Gesellschaft mehr Spielräume. Der Umweltforscher Ernst Ulrich von Weizsäcker hob vor allem die mannigfaltigen Initiativen des hanseatischen Firmenchefs Otto hervor. Seine Vorstellungen zur verantwortlichen Herstellung und Lieferkette seiner Produkte seien ehrgeizig, aber verlässlich, so Weizsäcker. Dabei habe der Versandhauschef auch viele andere Unternehmen mit ins Boot gezogen. Ottos gesellschaftlicher Erfolg garantiere dabei große Dauerhaftigkeit.

Mit einer Medaille der Theodor Heuss Stiftung ausgezeichnet wurden bei der gleichen Veranstaltung auch zwei Nichtregierungsorganisationen: einmal der Verein „Free Software Foundation Europe“, der sich dafür einsetzt, Computer-Software für jeden Zeck frei zu verwenden und allen Menschen die Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen; dann der Verein Oxfam Deutschland, der über die Erträge in seinen 35 Shops und durch Spenden weltweit Entwicklungsprojekte für Gesundheitsfürsorge, Umweltschutz und Bildung fördert, zugleich intensive Lobby- und Kampagnenarbeit in der Bundesrepublik für mehr und bessere Entwicklungshilfe organisiert.  

Bei der Stuttgarter Preisverleihung stand das Thema „Soziale Marktwirtschaft in der Globalisierung“ im Mittelpunkt. Deren Vorsitzender Ludwig Theodor Heuss sprach von einer Bewährung für die Demokratie vor dem Hintergrund der Finanz- und Wirtschaftskrise. Angesichts der Ratlosigkeit in Ökonomie und Gesellschaft sei die Anpassung des Konzepts der sozialen Marktwirtschaft an heutige Verhältnisse dringend geboten, um die Zukunftsfähigkeit freiheitlicher Lebensformen zu sichern.
Pressemitteilung vom 26.01.2010
Theodor Heuss Preis 2010 an die Unternehmer Michael Otto und Berthold Leibinger
Verantwortung für Soziale Marktwirtschaft in der Krise

STUTTGART. Die Unternehmer Michael Otto (66) und Berthold Leibinger (79) erhalten in diesem Jahr gemeinsam den 45. Theodor Heuss Preis. Damit werden zwei Persönlichkeiten ausgezeichnet, die in ihren Wirtschaftsbetrieben in ökonomischer wie ethischer Weise eine neue vorbildliche Firmenkultur geschaffen haben, zugleich aber auch ein Beispiel für hohes zivilgesellschaftliches Engagement geben. Die Theodor Heuss Medaillen 2010 gehen an die Free Software Foundation Europe e. V. (Düsseldorf) und an Oxfam Deutschland e.V. (Berlin), die sich durch neue Strategien der kooperativen Wertschöpfung und durch verantwortungsvolles Handeln für eine gerechtere Welt einsetzen.

 Michael Otto und Berthold Leibinger stellen mit ihren individuellen Leistungen ein Vorbild für Wirtschaft und Gesellschaft in Deutschland dar. Während Otto seine Firmengruppe zum global erfolgreichsten Versandhaus führte, ist Leibingers Maschinenbauunternehmen Trumpf Weltmarktführer bei industriellen Lasersystemen. Zwei Muster von beachtlicher Innovationskraft. Zugleich stehen beide als Repräsentanten für besondere gesellschaftliche und soziale Initiativen, durch je eigene Stiftungen langfristig angelegt. Otto konzentriert sich vorrangig auf Umweltprojekte mit großer Nachhaltigkeit, Leibinger unterstützt kulturelle, wissenschaftliche und wohltätige Vorhaben. Außerdem haben diese Unternehmer durch Tätigkeiten in Verbänden und Organisationen auf nationaler und internationaler Ebene einen wichtigen Beitrag geleistet, Strukturen für eine „good global governance" zu schaffen und zu festigen. Für das heutige Wirtschaftssystem, das durch die verheerenden Folgen der internationalen Finanzkrise, ausgelöst durch Missmanagement und unternehmerisches Fehlverhalten, beträchtlich in Misskredit geraten ist, sind solche Anstöße unerlässlich. Die Theodor Heuss Stiftung will 2010 die Herausforderungen und Chancen der sozialen Marktwirtschaft unter den Bedingungen der Globalisierung und unter Beachtung ethischer Standards in den Mittelpunkt ihrer Arbeit stellen.

Die 45. Theodor Heuss Preisverleihung findet am Samstag, den 8. Mai 2010, um10.30 Uhr in Stuttgart in der „Alten Reithalle" statt. Sie steht unter dem Jahresthema „Soziale Marktwirtschaft in der Globalisierung". Die Festrede hält Gesine Schwan, die Laudatio Lothar Späth. Das Schlusswort übernimmt Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger.

 Am Vortag der Preisverleihung, am Freitag, den 7. Mai, findet im Stuttgarter Literaturhaus das traditionelle Kolloquium zum Jahresthema statt, an dem auch die Preis- und Medaillenträger mitwirken.

Stuttgart, den 26. Januar 2010

Die überparteiliche Theodor Heuss Stiftung trägt den Namen des ersten Bundespräsidenten (Amtszeit von 1949 - 59). Sie wurde 1964 nach dessen Tod von Hildegard Hamm-Brücher, seinem Sohn Ernst Ludwig Heuss, und einem Kreis von Freunden gegründet, um in Erinnerung an die Person und das politische Lebenswerk von Theodor Heuss Beispiele für gesellschaftliches Engagement, Zivilcourage und den Einsatz zur Förderung unserer demokratischen Grundordnung auszuzeichnen. Die Stiftung will damit „auf etwas hinweisen, was in unserer Demokratie getan und gestaltet werden muss, ohne dass es bereits vollendet ist" (Carl Friedrich v. Weizsäcker, 1965). Der Theodor Heuss Preis wird seit 1965 jährlich an Persönlichkeiten und Organisationen vergeben, die in diesem Sinne wegweisend wirken.
Pressemitteilung vom 20.04.2009
Theodor Heuss Preis 2009: Demokratie lokal gestalten

„Demokratie beginnt zuhause“ hat bereits der junge Theodor Heuss formuliert. Die Theodor Heuss Stiftung will in diesem Jahr, in dem der 125. Geburtstag von Theodor Heuss und 60 Jahre Grundgesetz gefeiert werden, die Aufmerksamkeit besonders darauf lenken, dass die Zukunft der demokratischen Gesellschaft vor Ort entschieden wird. Wir brauchen Kommunen – keineswegs nur große, wohlhabende und selbstbewusste Städte – die mutig gegen den Trend zu einer politischen Entleerung der lokalen Ebene angehen und ihre Handlungsmöglichkeiten nutzen und auszuweiten versuchen. Möglich wird dies vor allem dort, wo Bürgermeister und Gemeinderäte die Zusammenarbeit und Kooperation mit der Zivilgesellschaft suchen. In diesem Sinn werden im Rahmen des Jahresthemas „Bürgerrechte, Bürgermeister, Bürgerinitiativen: Demokratie lokal gestalten“ vier Bürgermeister und Bürgerinitiativen mit Theodor Heuss Medaillen ausgezeichnet, die ein Problem in ihrer Kommune, das alle betrifft, gemeinsam angepackt und gelöst haben.

So haben Bürgermeister Jörg Lutz und die Projekte der lokalen Agenda 21 im südbadischen Grenzach-Wyhlen Maßstäbe für lokale Beiträge zur Nachhaltigkeit unter Beteiligung der Bürger bei den Entscheidungsprozessen gesetzt. Bürgermeister Uli Paetzel und die Bürgerstiftung Herten gestalten gemeinsam in der vom Strukturwandel besonders betroffenen Ruhrgebietsstadt eine integrative lokale Politik der Teilhabe in der Einwanderungsgesellschaft. Oberbürgermeister Markus Ulbig und die Aktion Zivilcourage im sächsischen Pirna setzten sich erfolgreich gegen die Ausbreitung rechtsextremistischer Alltagskultur in ihrer Stadt und in der Region zur Wehr. Der Erste Bürgermeister von Wunsiedel, Karl-Willi Beck und die Bürger- und Jugendinitiative „Wunsiedel ist bunt – nicht braun“ haben erreicht, dass ihre Stadt, die durch die rechtsextremistischen „Rudolf-Heß-Gedenkmärsche“ bekannt wurde, heute für eine vielfältige Kultur des Hinschauens und des Bewusstseins für demokratische Werte steht.

Die 44. Theodor Heuss Preisverleihung findet am Samstag, den 25. April 2009, um 10.30 Uhr im Haus der Wirtschaft in Stuttgart statt. Am Vortag, am 24. April 2009, findet im Stuttgarter Rathaus von 12.30 – 18.00 Uhr ein Kolloquium statt, in dem die Medaillenträger sich und ihre Arbeit vorstellen.
Pressemitteilung vom 27.01.2009
Theodor-Heuss-Preis 2009: Demokratie lokal gestalten

Stuttgart „Demokratie beginnt zuhause", hatte schon der junge Theodor Heuss gesagt. Eine lebendige Demokratie vor Ort, gestaltet und geprägt vom positiven und kreativen Zusammenwirken von Politik und Bürgern, steht im Mittelpunkt des Theodor-Heuss-Preises 2009. In diesem Jahr, in dem wir Theodor Heuss' 125. Geburtstag feiern und das Grundgesetzt 60 Jahre alt wird, zeichnet die Theodor-Heuss-Stiftung Bürgermeister und Bürgerinitiativen aus, die beispielhaft die Chancen der Zusammenarbeit genutzt und so erreicht haben, dass Zivilgesellschaft, Politik und Verwaltung besser für das Gemeinwohl kooperieren - ganz im Sinne von Theodor Heuss.

Für ihr vorbildliches Engagement bei der Lösung der scheinbar unspektakulären, in der Realität allerdings komplexen und anspruchsvollen Aufgabe, Demokratie lokal zu gestalten, erhalten eine Theodor-Heuss-Medaille 2009 die Bürgermeister und Bürgerinitiativen

- von Grenzach-Wyhlen: Jörg Lutz, mit den Projekten der lokalen Agenda 21;
- von Herten: Uli Paetzel, mit der Bürgerstiftung Herten;
- von Pirna: Markus Ulbig, mit der Aktion Zivilcourage;
- von Wunsiedel: Karl-Willi Beck, mit der Bürgerinitiative „Wunsiedel ist bunt - nicht braun".

Die 44. Theodor-Heuss-Preisverleihung findet am Samstag, den 25. April 2009, um 10.30 Uhr im Haus der Wirtschaft in Stuttgart statt. Die Festrede hält die frühere Präsidentin des Bundesverfassungsgerichtes, Jutta Limbach. Am Vortag der Preisverleihung, Freitag, den 24. April 2009, von 12.30 Uhr bis 17.30 Uhr, veranstaltet die Theodor-Heuss-Stiftung im Stuttgarter Rathaus ein Kolloquium zu ihrem Jahresthema „Bürgerrechte, Bürgermeister, Bürgerinitiativen: Demokratie lokal gestalten".

Damit der Zweck des bisherigen Vereins Theodor-Heuss-Stiftung e.V. langfristig und generationen-übergreifend verwirklicht werden kann, wird er in eine Stiftung bürgerlichen Rechts überführt. Sie trägt den Namen Theodor Heuss Stiftung und wird im Rahmen einer Veranstaltung, die der Ministerpräsident von Baden-Württemberg anlässlich des 125. Geburtstages von Theodor Heuss am 30. Januar 2009 im Stuttgarter Schloss ausrichtet, der Öffentlichkeit bekannt gemacht.