Pressemitteilung vom 8. Mai 2010
Soziale Marktwirtschaft in der Globalisierung
Theodor Heuss Preis 2010 an die Unternehmer Michael Otto und Berthold Leibinger
STUTTGART. Angesichts der aktuellen Weltwirtschaftskrise und der Finanzprobleme um den Euro muss die soziale Marktwirtschaft neue Prioritäten setzen. Diese Forderung erhob die Politikwissenschaftlerin Gesine Schwan bei der Verleihung des 45. Theodor Heuss Preises am Wochenende in Stuttgart. Dabei räumte Schwan für diese neue soziale Marktwirtschaft in der Globalisierung neben der traditionellen Politik auch dem Privatsektor und der organisierten Zivilgesellschaft eine herausragende Rolle ein.
Persönliche Freiheit und Verantwortung müssten durch starke politische Regeln zur Erhaltung des Wettbewerbs, aber auch der Sozialpartnerschaft und Chancengleichheit ergänzt werden, meinte Schwan. Weil die nationalstaatliche Politik heute in ihrer Reichweite beschränkt sei, gelte es, neue Institutionen, Akteure und Verfahren zu finden. Eine globale soziale Marktwirtschaft erfordere große Nachhaltigkeit bei Produkten sowie Konsum „und die langfristige Perspektive einer Angleichung nach oben“, resümierte die ehemalige Hochschulpräsidentin Schwan, damit durch die Senkung von Sozialstandards nicht nur eine Verliererperspektive übrig bleibe. Erforderlich sei besonders in der Privatwirtschaft, über die Partikularinteressen hinaus politische Gemeinwohlverantwortung für die Folgen des eigenen Handelns zu übernehmen.
Mit dem diesjährigen Theodor Heuss Preis wurden die beiden Unternehmer Berthold Leibinger und Michael Otto ausgezeichnet. Damit ehrt die Stiftung nicht nur ihre wirtschaftlichen Erfolge, bei dem Baden-Württemberger Leibinger im Maschinenbau und der Lasertechnik, beim Hamburger Otto im Versandhandel und Dienstleistungssektor, sondern ihr zivilgesellschaftliches vielfältiges Engagement. Während Leibinger vor allem als Mäzen und Stifter für soziale, kulturelle und kirchliche Einrichtungen hervortrat, hat Otto die Einhaltung von Umweltschutz und Sozialstandards in seinen internationalen Handels- und Liefergeschäften durchgesetzt.
Leibinger habe, so die Laudatio des ehemaligen baden-württembergischen Ministerpräsidenten Lothar Späth, immer ein System der Privatinitiative nach vorn gestellt. Wenn alle bei der Erfüllung der Bürgerpflichten handelten wie der Stuttgarter Unternehmer, dann hätten Politik und Gesellschaft mehr Spielräume. Der Umweltforscher Ernst Ulrich von Weizsäcker hob vor allem die mannigfaltigen Initiativen des hanseatischen Firmenchefs Otto hervor. Seine Vorstellungen zur verantwortlichen Herstellung und Lieferkette seiner Produkte seien ehrgeizig, aber verlässlich, so Weizsäcker. Dabei habe der Versandhauschef auch viele andere Unternehmen mit ins Boot gezogen. Ottos gesellschaftlicher Erfolg garantiere dabei große Dauerhaftigkeit.
Mit einer Medaille der Theodor Heuss Stiftung ausgezeichnet wurden bei der gleichen Veranstaltung auch zwei Nichtregierungsorganisationen: einmal der Verein „Free Software Foundation Europe“, der sich dafür einsetzt, Computer-Software für jeden Zeck frei zu verwenden und allen Menschen die Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen; dann der Verein Oxfam Deutschland, der über die Erträge in seinen 35 Shops und durch Spenden weltweit Entwicklungsprojekte für Gesundheitsfürsorge, Umweltschutz und Bildung fördert, zugleich intensive Lobby- und Kampagnenarbeit in der Bundesrepublik für mehr und bessere Entwicklungshilfe organisiert.
Bei der Stuttgarter Preisverleihung stand das Thema „Soziale Marktwirtschaft in der Globalisierung“ im Mittelpunkt. Deren Vorsitzender Ludwig Theodor Heuss sprach von einer Bewährung für die Demokratie vor dem Hintergrund der Finanz- und Wirtschaftskrise. Angesichts der Ratlosigkeit in Ökonomie und Gesellschaft sei die Anpassung des Konzepts der sozialen Marktwirtschaft an heutige Verhältnisse dringend geboten, um die Zukunftsfähigkeit freiheitlicher Lebensformen zu sichern.
Theodor Heuss Preis 2010 an die Unternehmer Michael Otto und Berthold Leibinger
STUTTGART. Angesichts der aktuellen Weltwirtschaftskrise und der Finanzprobleme um den Euro muss die soziale Marktwirtschaft neue Prioritäten setzen. Diese Forderung erhob die Politikwissenschaftlerin Gesine Schwan bei der Verleihung des 45. Theodor Heuss Preises am Wochenende in Stuttgart. Dabei räumte Schwan für diese neue soziale Marktwirtschaft in der Globalisierung neben der traditionellen Politik auch dem Privatsektor und der organisierten Zivilgesellschaft eine herausragende Rolle ein.
Persönliche Freiheit und Verantwortung müssten durch starke politische Regeln zur Erhaltung des Wettbewerbs, aber auch der Sozialpartnerschaft und Chancengleichheit ergänzt werden, meinte Schwan. Weil die nationalstaatliche Politik heute in ihrer Reichweite beschränkt sei, gelte es, neue Institutionen, Akteure und Verfahren zu finden. Eine globale soziale Marktwirtschaft erfordere große Nachhaltigkeit bei Produkten sowie Konsum „und die langfristige Perspektive einer Angleichung nach oben“, resümierte die ehemalige Hochschulpräsidentin Schwan, damit durch die Senkung von Sozialstandards nicht nur eine Verliererperspektive übrig bleibe. Erforderlich sei besonders in der Privatwirtschaft, über die Partikularinteressen hinaus politische Gemeinwohlverantwortung für die Folgen des eigenen Handelns zu übernehmen.
Mit dem diesjährigen Theodor Heuss Preis wurden die beiden Unternehmer Berthold Leibinger und Michael Otto ausgezeichnet. Damit ehrt die Stiftung nicht nur ihre wirtschaftlichen Erfolge, bei dem Baden-Württemberger Leibinger im Maschinenbau und der Lasertechnik, beim Hamburger Otto im Versandhandel und Dienstleistungssektor, sondern ihr zivilgesellschaftliches vielfältiges Engagement. Während Leibinger vor allem als Mäzen und Stifter für soziale, kulturelle und kirchliche Einrichtungen hervortrat, hat Otto die Einhaltung von Umweltschutz und Sozialstandards in seinen internationalen Handels- und Liefergeschäften durchgesetzt.
Leibinger habe, so die Laudatio des ehemaligen baden-württembergischen Ministerpräsidenten Lothar Späth, immer ein System der Privatinitiative nach vorn gestellt. Wenn alle bei der Erfüllung der Bürgerpflichten handelten wie der Stuttgarter Unternehmer, dann hätten Politik und Gesellschaft mehr Spielräume. Der Umweltforscher Ernst Ulrich von Weizsäcker hob vor allem die mannigfaltigen Initiativen des hanseatischen Firmenchefs Otto hervor. Seine Vorstellungen zur verantwortlichen Herstellung und Lieferkette seiner Produkte seien ehrgeizig, aber verlässlich, so Weizsäcker. Dabei habe der Versandhauschef auch viele andere Unternehmen mit ins Boot gezogen. Ottos gesellschaftlicher Erfolg garantiere dabei große Dauerhaftigkeit.
Mit einer Medaille der Theodor Heuss Stiftung ausgezeichnet wurden bei der gleichen Veranstaltung auch zwei Nichtregierungsorganisationen: einmal der Verein „Free Software Foundation Europe“, der sich dafür einsetzt, Computer-Software für jeden Zeck frei zu verwenden und allen Menschen die Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen; dann der Verein Oxfam Deutschland, der über die Erträge in seinen 35 Shops und durch Spenden weltweit Entwicklungsprojekte für Gesundheitsfürsorge, Umweltschutz und Bildung fördert, zugleich intensive Lobby- und Kampagnenarbeit in der Bundesrepublik für mehr und bessere Entwicklungshilfe organisiert.
Bei der Stuttgarter Preisverleihung stand das Thema „Soziale Marktwirtschaft in der Globalisierung“ im Mittelpunkt. Deren Vorsitzender Ludwig Theodor Heuss sprach von einer Bewährung für die Demokratie vor dem Hintergrund der Finanz- und Wirtschaftskrise. Angesichts der Ratlosigkeit in Ökonomie und Gesellschaft sei die Anpassung des Konzepts der sozialen Marktwirtschaft an heutige Verhältnisse dringend geboten, um die Zukunftsfähigkeit freiheitlicher Lebensformen zu sichern.
Pressemitteilung vom 26.01.2010
Theodor Heuss Preis 2010 an die Unternehmer Michael Otto und Berthold Leibinger
Verantwortung für Soziale Marktwirtschaft in der Krise
STUTTGART. Die Unternehmer Michael Otto (66) und Berthold Leibinger (79) erhalten in diesem Jahr gemeinsam den 45. Theodor Heuss Preis. Damit werden zwei Persönlichkeiten ausgezeichnet, die in ihren Wirtschaftsbetrieben in ökonomischer wie ethischer Weise eine neue vorbildliche Firmenkultur geschaffen haben, zugleich aber auch ein Beispiel für hohes zivilgesellschaftliches Engagement geben. Die Theodor Heuss Medaillen 2010 gehen an die Free Software Foundation Europe e. V. (Düsseldorf) und an Oxfam Deutschland e.V. (Berlin), die sich durch neue Strategien der kooperativen Wertschöpfung und durch verantwortungsvolles Handeln für eine gerechtere Welt einsetzen.
Michael Otto und Berthold Leibinger stellen mit ihren individuellen Leistungen ein Vorbild für Wirtschaft und Gesellschaft in Deutschland dar. Während Otto seine Firmengruppe zum global erfolgreichsten Versandhaus führte, ist Leibingers Maschinenbauunternehmen Trumpf Weltmarktführer bei industriellen Lasersystemen. Zwei Muster von beachtlicher Innovationskraft. Zugleich stehen beide als Repräsentanten für besondere gesellschaftliche und soziale Initiativen, durch je eigene Stiftungen langfristig angelegt. Otto konzentriert sich vorrangig auf Umweltprojekte mit großer Nachhaltigkeit, Leibinger unterstützt kulturelle, wissenschaftliche und wohltätige Vorhaben. Außerdem haben diese Unternehmer durch Tätigkeiten in Verbänden und Organisationen auf nationaler und internationaler Ebene einen wichtigen Beitrag geleistet, Strukturen für eine „good global governance" zu schaffen und zu festigen. Für das heutige Wirtschaftssystem, das durch die verheerenden Folgen der internationalen Finanzkrise, ausgelöst durch Missmanagement und unternehmerisches Fehlverhalten, beträchtlich in Misskredit geraten ist, sind solche Anstöße unerlässlich. Die Theodor Heuss Stiftung will 2010 die Herausforderungen und Chancen der sozialen Marktwirtschaft unter den Bedingungen der Globalisierung und unter Beachtung ethischer Standards in den Mittelpunkt ihrer Arbeit stellen.
Die 45. Theodor Heuss Preisverleihung findet am Samstag, den 8. Mai 2010, um10.30 Uhr in Stuttgart in der „Alten Reithalle" statt. Sie steht unter dem Jahresthema „Soziale Marktwirtschaft in der Globalisierung". Die Festrede hält Gesine Schwan, die Laudatio Lothar Späth. Das Schlusswort übernimmt Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger.
Am Vortag der Preisverleihung, am Freitag, den 7. Mai, findet im Stuttgarter Literaturhaus das traditionelle Kolloquium zum Jahresthema statt, an dem auch die Preis- und Medaillenträger mitwirken.
Stuttgart, den 26. Januar 2010
Die überparteiliche Theodor Heuss Stiftung trägt den Namen des ersten Bundespräsidenten (Amtszeit von 1949 - 59). Sie wurde 1964 nach dessen Tod von Hildegard Hamm-Brücher, seinem Sohn Ernst Ludwig Heuss, und einem Kreis von Freunden gegründet, um in Erinnerung an die Person und das politische Lebenswerk von Theodor Heuss Beispiele für gesellschaftliches Engagement, Zivilcourage und den Einsatz zur Förderung unserer demokratischen Grundordnung auszuzeichnen. Die Stiftung will damit „auf etwas hinweisen, was in unserer Demokratie getan und gestaltet werden muss, ohne dass es bereits vollendet ist" (Carl Friedrich v. Weizsäcker, 1965). Der Theodor Heuss Preis wird seit 1965 jährlich an Persönlichkeiten und Organisationen vergeben, die in diesem Sinne wegweisend wirken.
Verantwortung für Soziale Marktwirtschaft in der Krise
STUTTGART. Die Unternehmer Michael Otto (66) und Berthold Leibinger (79) erhalten in diesem Jahr gemeinsam den 45. Theodor Heuss Preis. Damit werden zwei Persönlichkeiten ausgezeichnet, die in ihren Wirtschaftsbetrieben in ökonomischer wie ethischer Weise eine neue vorbildliche Firmenkultur geschaffen haben, zugleich aber auch ein Beispiel für hohes zivilgesellschaftliches Engagement geben. Die Theodor Heuss Medaillen 2010 gehen an die Free Software Foundation Europe e. V. (Düsseldorf) und an Oxfam Deutschland e.V. (Berlin), die sich durch neue Strategien der kooperativen Wertschöpfung und durch verantwortungsvolles Handeln für eine gerechtere Welt einsetzen.
Michael Otto und Berthold Leibinger stellen mit ihren individuellen Leistungen ein Vorbild für Wirtschaft und Gesellschaft in Deutschland dar. Während Otto seine Firmengruppe zum global erfolgreichsten Versandhaus führte, ist Leibingers Maschinenbauunternehmen Trumpf Weltmarktführer bei industriellen Lasersystemen. Zwei Muster von beachtlicher Innovationskraft. Zugleich stehen beide als Repräsentanten für besondere gesellschaftliche und soziale Initiativen, durch je eigene Stiftungen langfristig angelegt. Otto konzentriert sich vorrangig auf Umweltprojekte mit großer Nachhaltigkeit, Leibinger unterstützt kulturelle, wissenschaftliche und wohltätige Vorhaben. Außerdem haben diese Unternehmer durch Tätigkeiten in Verbänden und Organisationen auf nationaler und internationaler Ebene einen wichtigen Beitrag geleistet, Strukturen für eine „good global governance" zu schaffen und zu festigen. Für das heutige Wirtschaftssystem, das durch die verheerenden Folgen der internationalen Finanzkrise, ausgelöst durch Missmanagement und unternehmerisches Fehlverhalten, beträchtlich in Misskredit geraten ist, sind solche Anstöße unerlässlich. Die Theodor Heuss Stiftung will 2010 die Herausforderungen und Chancen der sozialen Marktwirtschaft unter den Bedingungen der Globalisierung und unter Beachtung ethischer Standards in den Mittelpunkt ihrer Arbeit stellen.
Die 45. Theodor Heuss Preisverleihung findet am Samstag, den 8. Mai 2010, um10.30 Uhr in Stuttgart in der „Alten Reithalle" statt. Sie steht unter dem Jahresthema „Soziale Marktwirtschaft in der Globalisierung". Die Festrede hält Gesine Schwan, die Laudatio Lothar Späth. Das Schlusswort übernimmt Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger.
Am Vortag der Preisverleihung, am Freitag, den 7. Mai, findet im Stuttgarter Literaturhaus das traditionelle Kolloquium zum Jahresthema statt, an dem auch die Preis- und Medaillenträger mitwirken.
Stuttgart, den 26. Januar 2010
Die überparteiliche Theodor Heuss Stiftung trägt den Namen des ersten Bundespräsidenten (Amtszeit von 1949 - 59). Sie wurde 1964 nach dessen Tod von Hildegard Hamm-Brücher, seinem Sohn Ernst Ludwig Heuss, und einem Kreis von Freunden gegründet, um in Erinnerung an die Person und das politische Lebenswerk von Theodor Heuss Beispiele für gesellschaftliches Engagement, Zivilcourage und den Einsatz zur Förderung unserer demokratischen Grundordnung auszuzeichnen. Die Stiftung will damit „auf etwas hinweisen, was in unserer Demokratie getan und gestaltet werden muss, ohne dass es bereits vollendet ist" (Carl Friedrich v. Weizsäcker, 1965). Der Theodor Heuss Preis wird seit 1965 jährlich an Persönlichkeiten und Organisationen vergeben, die in diesem Sinne wegweisend wirken.
Pressemitteilung vom 20.04.2009
Theodor Heuss Preis 2009: Demokratie lokal gestalten
„Demokratie beginnt zuhause“ hat bereits der junge Theodor Heuss formuliert. Die Theodor Heuss Stiftung will in diesem Jahr, in dem der 125. Geburtstag von Theodor Heuss und 60 Jahre Grundgesetz gefeiert werden, die Aufmerksamkeit besonders darauf lenken, dass die Zukunft der demokratischen Gesellschaft vor Ort entschieden wird. Wir brauchen Kommunen – keineswegs nur große, wohlhabende und selbstbewusste Städte – die mutig gegen den Trend zu einer politischen Entleerung der lokalen Ebene angehen und ihre Handlungsmöglichkeiten nutzen und auszuweiten versuchen. Möglich wird dies vor allem dort, wo Bürgermeister und Gemeinderäte die Zusammenarbeit und Kooperation mit der Zivilgesellschaft suchen. In diesem Sinn werden im Rahmen des Jahresthemas „Bürgerrechte, Bürgermeister, Bürgerinitiativen: Demokratie lokal gestalten“ vier Bürgermeister und Bürgerinitiativen mit Theodor Heuss Medaillen ausgezeichnet, die ein Problem in ihrer Kommune, das alle betrifft, gemeinsam angepackt und gelöst haben.
So haben Bürgermeister Jörg Lutz und die Projekte der lokalen Agenda 21 im südbadischen Grenzach-Wyhlen Maßstäbe für lokale Beiträge zur Nachhaltigkeit unter Beteiligung der Bürger bei den Entscheidungsprozessen gesetzt. Bürgermeister Uli Paetzel und die Bürgerstiftung Herten gestalten gemeinsam in der vom Strukturwandel besonders betroffenen Ruhrgebietsstadt eine integrative lokale Politik der Teilhabe in der Einwanderungsgesellschaft. Oberbürgermeister Markus Ulbig und die Aktion Zivilcourage im sächsischen Pirna setzten sich erfolgreich gegen die Ausbreitung rechtsextremistischer Alltagskultur in ihrer Stadt und in der Region zur Wehr. Der Erste Bürgermeister von Wunsiedel, Karl-Willi Beck und die Bürger- und Jugendinitiative „Wunsiedel ist bunt – nicht braun“ haben erreicht, dass ihre Stadt, die durch die rechtsextremistischen „Rudolf-Heß-Gedenkmärsche“ bekannt wurde, heute für eine vielfältige Kultur des Hinschauens und des Bewusstseins für demokratische Werte steht.
Die 44. Theodor Heuss Preisverleihung findet am Samstag, den 25. April 2009, um 10.30 Uhr im Haus der Wirtschaft in Stuttgart statt. Am Vortag, am 24. April 2009, findet im Stuttgarter Rathaus von 12.30 – 18.00 Uhr ein Kolloquium statt, in dem die Medaillenträger sich und ihre Arbeit vorstellen.
„Demokratie beginnt zuhause“ hat bereits der junge Theodor Heuss formuliert. Die Theodor Heuss Stiftung will in diesem Jahr, in dem der 125. Geburtstag von Theodor Heuss und 60 Jahre Grundgesetz gefeiert werden, die Aufmerksamkeit besonders darauf lenken, dass die Zukunft der demokratischen Gesellschaft vor Ort entschieden wird. Wir brauchen Kommunen – keineswegs nur große, wohlhabende und selbstbewusste Städte – die mutig gegen den Trend zu einer politischen Entleerung der lokalen Ebene angehen und ihre Handlungsmöglichkeiten nutzen und auszuweiten versuchen. Möglich wird dies vor allem dort, wo Bürgermeister und Gemeinderäte die Zusammenarbeit und Kooperation mit der Zivilgesellschaft suchen. In diesem Sinn werden im Rahmen des Jahresthemas „Bürgerrechte, Bürgermeister, Bürgerinitiativen: Demokratie lokal gestalten“ vier Bürgermeister und Bürgerinitiativen mit Theodor Heuss Medaillen ausgezeichnet, die ein Problem in ihrer Kommune, das alle betrifft, gemeinsam angepackt und gelöst haben.
So haben Bürgermeister Jörg Lutz und die Projekte der lokalen Agenda 21 im südbadischen Grenzach-Wyhlen Maßstäbe für lokale Beiträge zur Nachhaltigkeit unter Beteiligung der Bürger bei den Entscheidungsprozessen gesetzt. Bürgermeister Uli Paetzel und die Bürgerstiftung Herten gestalten gemeinsam in der vom Strukturwandel besonders betroffenen Ruhrgebietsstadt eine integrative lokale Politik der Teilhabe in der Einwanderungsgesellschaft. Oberbürgermeister Markus Ulbig und die Aktion Zivilcourage im sächsischen Pirna setzten sich erfolgreich gegen die Ausbreitung rechtsextremistischer Alltagskultur in ihrer Stadt und in der Region zur Wehr. Der Erste Bürgermeister von Wunsiedel, Karl-Willi Beck und die Bürger- und Jugendinitiative „Wunsiedel ist bunt – nicht braun“ haben erreicht, dass ihre Stadt, die durch die rechtsextremistischen „Rudolf-Heß-Gedenkmärsche“ bekannt wurde, heute für eine vielfältige Kultur des Hinschauens und des Bewusstseins für demokratische Werte steht.
Die 44. Theodor Heuss Preisverleihung findet am Samstag, den 25. April 2009, um 10.30 Uhr im Haus der Wirtschaft in Stuttgart statt. Am Vortag, am 24. April 2009, findet im Stuttgarter Rathaus von 12.30 – 18.00 Uhr ein Kolloquium statt, in dem die Medaillenträger sich und ihre Arbeit vorstellen.
Pressemitteilung vom 27.01.2009
Theodor-Heuss-Preis 2009: Demokratie lokal gestalten
Stuttgart „Demokratie beginnt zuhause", hatte schon der junge Theodor Heuss gesagt. Eine lebendige Demokratie vor Ort, gestaltet und geprägt vom positiven und kreativen Zusammenwirken von Politik und Bürgern, steht im Mittelpunkt des Theodor-Heuss-Preises 2009. In diesem Jahr, in dem wir Theodor Heuss' 125. Geburtstag feiern und das Grundgesetzt 60 Jahre alt wird, zeichnet die Theodor-Heuss-Stiftung Bürgermeister und Bürgerinitiativen aus, die beispielhaft die Chancen der Zusammenarbeit genutzt und so erreicht haben, dass Zivilgesellschaft, Politik und Verwaltung besser für das Gemeinwohl kooperieren - ganz im Sinne von Theodor Heuss.
Für ihr vorbildliches Engagement bei der Lösung der scheinbar unspektakulären, in der Realität allerdings komplexen und anspruchsvollen Aufgabe, Demokratie lokal zu gestalten, erhalten eine Theodor-Heuss-Medaille 2009 die Bürgermeister und Bürgerinitiativen
- von Grenzach-Wyhlen: Jörg Lutz, mit den Projekten der lokalen Agenda 21;
- von Herten: Uli Paetzel, mit der Bürgerstiftung Herten;
- von Pirna: Markus Ulbig, mit der Aktion Zivilcourage;
- von Wunsiedel: Karl-Willi Beck, mit der Bürgerinitiative „Wunsiedel ist bunt - nicht braun".
Die 44. Theodor-Heuss-Preisverleihung findet am Samstag, den 25. April 2009, um 10.30 Uhr im Haus der Wirtschaft in Stuttgart statt. Die Festrede hält die frühere Präsidentin des Bundesverfassungsgerichtes, Jutta Limbach. Am Vortag der Preisverleihung, Freitag, den 24. April 2009, von 12.30 Uhr bis 17.30 Uhr, veranstaltet die Theodor-Heuss-Stiftung im Stuttgarter Rathaus ein Kolloquium zu ihrem Jahresthema „Bürgerrechte, Bürgermeister, Bürgerinitiativen: Demokratie lokal gestalten".
Damit der Zweck des bisherigen Vereins Theodor-Heuss-Stiftung e.V. langfristig und generationen-übergreifend verwirklicht werden kann, wird er in eine Stiftung bürgerlichen Rechts überführt. Sie trägt den Namen Theodor Heuss Stiftung und wird im Rahmen einer Veranstaltung, die der Ministerpräsident von Baden-Württemberg anlässlich des 125. Geburtstages von Theodor Heuss am 30. Januar 2009 im Stuttgarter Schloss ausrichtet, der Öffentlichkeit bekannt gemacht.
Stuttgart „Demokratie beginnt zuhause", hatte schon der junge Theodor Heuss gesagt. Eine lebendige Demokratie vor Ort, gestaltet und geprägt vom positiven und kreativen Zusammenwirken von Politik und Bürgern, steht im Mittelpunkt des Theodor-Heuss-Preises 2009. In diesem Jahr, in dem wir Theodor Heuss' 125. Geburtstag feiern und das Grundgesetzt 60 Jahre alt wird, zeichnet die Theodor-Heuss-Stiftung Bürgermeister und Bürgerinitiativen aus, die beispielhaft die Chancen der Zusammenarbeit genutzt und so erreicht haben, dass Zivilgesellschaft, Politik und Verwaltung besser für das Gemeinwohl kooperieren - ganz im Sinne von Theodor Heuss.
Für ihr vorbildliches Engagement bei der Lösung der scheinbar unspektakulären, in der Realität allerdings komplexen und anspruchsvollen Aufgabe, Demokratie lokal zu gestalten, erhalten eine Theodor-Heuss-Medaille 2009 die Bürgermeister und Bürgerinitiativen
- von Grenzach-Wyhlen: Jörg Lutz, mit den Projekten der lokalen Agenda 21;
- von Herten: Uli Paetzel, mit der Bürgerstiftung Herten;
- von Pirna: Markus Ulbig, mit der Aktion Zivilcourage;
- von Wunsiedel: Karl-Willi Beck, mit der Bürgerinitiative „Wunsiedel ist bunt - nicht braun".
Die 44. Theodor-Heuss-Preisverleihung findet am Samstag, den 25. April 2009, um 10.30 Uhr im Haus der Wirtschaft in Stuttgart statt. Die Festrede hält die frühere Präsidentin des Bundesverfassungsgerichtes, Jutta Limbach. Am Vortag der Preisverleihung, Freitag, den 24. April 2009, von 12.30 Uhr bis 17.30 Uhr, veranstaltet die Theodor-Heuss-Stiftung im Stuttgarter Rathaus ein Kolloquium zu ihrem Jahresthema „Bürgerrechte, Bürgermeister, Bürgerinitiativen: Demokratie lokal gestalten".
Damit der Zweck des bisherigen Vereins Theodor-Heuss-Stiftung e.V. langfristig und generationen-übergreifend verwirklicht werden kann, wird er in eine Stiftung bürgerlichen Rechts überführt. Sie trägt den Namen Theodor Heuss Stiftung und wird im Rahmen einer Veranstaltung, die der Ministerpräsident von Baden-Württemberg anlässlich des 125. Geburtstages von Theodor Heuss am 30. Januar 2009 im Stuttgarter Schloss ausrichtet, der Öffentlichkeit bekannt gemacht.